Stockholm. Der Schweizer Luftfahrt-Dienstleister Swissport International wird voraussichtlich die gesamte Bodenabfertigung von Scandinavian Airline Systems (SAS) in den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben beide Firmen jetzt unterzeichnet. Dazu soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das die Flugzeug-, Passagier- und Frachtabfertigung der SAS übernimmt. Als Zeitspanne für die Umsetzung dieses Schritts sind nach Auskunft von Swissport-Unternehmenssprecherin Sabine Meinitz die kommenden neun Monate vorgesehen. Kommt das Projekt wie geplant zustande, werden voraussichtlich rund 5.000 Vollzeitbeschäftigte der SAS zur Swissport wechseln. „Es steht jedem SAS-Mitarbeiter allerdings frei, sich für oder gegen den Wechsel in das geplante Joint Venture zu entscheiden“, so die Swissport Sprecherin.
Die industrielle Führerschaft liegt bei ihrem Unternehmen, das 51 Prozent der Anteile an der gemeinsamen Firma halten wird, während auf SAS die übrigen 49 Prozent entfallen.
Swissport baut Marktpräsenz in Europa aus
Abfertiger Swissport International, der bisher nur am Airport von Kopenhagen präsent ist, weitet damit seinen Markteinfluss in Europa deutlich aus. Insgesamt umfasst das innerskandinavische Netzwerk der SAS 32 Flughäfen, „auf denen wir beim Zustandekommen des Joint Ventures künftig die Bodendienste für SAS übernehmen werden“, so Frau Meinitz. Hinzu kommen voraussichtlich Drittkunden, für die SAS heute das Ground Handling im Passagierbereich und beim Luftfrachtumschlag betreibt. Über den finanziellen Umfang der Kooperation machen beide Parteien keine Angaben. Nach Aussage der Swissport-Sprecherin macht der Cargoanteil an dem Gesamtvolumen des Kooperationspakets etwa fünfzehn Prozent in den drei nordischen Ländern aus.
Abgabe der Bodenabfertigung ist Teil der SAS-Sanierung
Für die finanziell angeschlagene SAS ist die geplante Ausgründung der Bodenabfertigung Teil ihres im vergangenen November beschlossenen Sanierungspakets. Dazu gehört unter anderem der Verzicht aller Mitarbeiter auf 10 bis 15 Prozent des Gehalts sowie die Auslagerung von bis zu 6.000 Jobs. Der letztgenannte Schritt wäre mit dem Transfer der rund 5.000 SAS-Bodenbediensteten in das Swissport/SAS-Joint Venture erfüllt. Der Sanierungskurs scheint erste Früchte zu tragen. Wie SAS heute mitteilte, machte die Airline im ersten Quartal 2013 zwar einen Verlust von 76 Mio. Euro, was im Vergleich zum Defizit des Vorjahreszeitraums in Höhe von rund 300 Mio. Euro jedoch eine deutliche finanzielle Verbesserung darstellt. (hs)