Piräus. Im Hafen von Piräus, dem bedeutendsten Griechenlands, werden derzeit keine Containerschiffe mehr beladen oder gelöscht. Auslöser ist ein am 1. Oktober begonnener Ausstand der Hafenarbeiter, der auch am vergangenen Wochenende fortgesetzt wurde. Als Folge des Ausstands stapeln sich mittlerweile die nicht abgefertigten Stahlboxen auf dem Hafengelände, und Reedereien leiten ihre Frachter zu anderen Mittelmeerhäfen um. Es ist bereits die zweite Arbeitsniederlegung der Dockarbeiter in Piräus, nachdem sie im vergangenen Jahr monatelang gestreikt oder Dienst nach Vorschrift gemacht hatten. Mit ihrem neuerlichen Protest wollen sie Druck auf die jüngst gewählte sozialdemokratische Pasok-Regierung in Athen ausüben, einen Konzessionsvertrag mit der chinesischen Reederei Cosco zu annullieren. Diesen hatte das konservativ besetzte Athener Vorgängerkabinett 2008 unterzeichnet. Er überträgt die Nutzungsrechte an zwei der drei Container-Kais an die Chinesen für die Dauer von 30 Jahren. Im Gegenzug hatte Cosco massive Investitionen zur Modernisierung der Anlagen in Piräus zugesagt. Die Hafenarbeiter befürchten als Folge des Deals, dass ihre Arbeitsrechte durch die neuen chinesischen Herren massiv eingeschränkt werden. (hs)
Stillstand in Piräus
Im größten griechischen Hafen werden derzeit keine Containerschiffe mehr beladen oder gelöscht