Spotmarkt reagiert verzögert: Dieselpreis treibt Transportkosten

17.03.2026 10:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lkw Fahrer beim Tanken
Steigende Dieselpreise im Zuge der Nahost-Krise sorgen für wachsenden Kostendruck im europäischen Straßengüterverkehr – der Spotmarkt reagiert jedoch verzögert
© Foto: Tempura/ Getty Images

Die Energiepreise steigen infolge der geopolitischen Lage im Nahen Osten stark an. Während die Dieselpreise bereits deutlich nach oben schießen, ziehen die Frachtraten im europäischen Straßengüterverkehr nur verzögert nach. Neue Timocom-Daten zeigen, wie groß die Lücke aktuell ist.

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken inzwischen spürbar auf den europäischen Straßengüterverkehr. Besonders die Energiepreise steigen seit Beginn des Iran-Konflikts deutlich an und erhöhen den Kostendruck in der Branche. Während der Dieselpreis in Deutschland kräftig zulegt, zeigen die aktuellen Daten der Timocom-Frachtenbörse, dass die kurzfristig vergebenen Transportaufträge – also die Spotmarktpreise – wesentlich langsamer reagieren.

Frachtpreise steigen, bleiben aber hinter Dieselentwicklung zurück

Die Auswertung der europaweiten Spotmarktpreise in Kalenderwoche 9 weist einen durchschnittlich geforderten Kilometerpreis von 1,49 Euro aus – ein Jahrestief. Bereits eine Woche später lag der Wert bei 1,52 Euro und erreichte in KW 11 rund 1,59 Euro pro Kilometer. Damit erhöhten sich die Forderungen der Transportunternehmen innerhalb von zwei Wochen um etwa 6,7 Prozent, wie Timocom mitteilt.

Binnenmarkt Deutschland mit stärkeren Ausschlägen

Im nationalen Verkehr ist der Anstieg deutlicher ausgefallen. Die durchschnittlichen Forderungen stiegen von 1,62 Euro pro Kilometer (KW 9) auf 1,68 Euro (KW 10) und erreichten in KW 11 rund 1,76 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 8,6 Prozent. Zu Beginn der 12. Kalenderwoche lagen die geforderten Preise bereits nahe der Marke von 1,80 Euro pro Kilometer.

Dieselpreise ziehen jedoch deutlich schneller an

Parallel dazu verzeichnet der Dieselpreis seit Kalenderwoche 9 einen erheblich stärkeren Sprung. Allein in Deutschland beträgt der Anstieg rund 32 Prozent. Dennoch schlägt sich diese Entwicklung nicht sofort vollständig in den Transportpreisen nieder.

Viele Unternehmen federn kurzfristige Preisbewegungen durch eigene Strukturen ab: „Viele Transportunternehmen spüren diese Entwicklung nicht unmittelbar in voller Höhe. Größere Flotten verfügen häufig über eigene Betriebshof-Tankstellen mit langfristigen Lieferverträgen oder festen Kontingenten. Zudem tanken viele Frachtführer regelmäßig im Ausland, wo die Kraftstoffpreise teilweise niedriger sind“, erklärt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom.

Gburek betont, dass kurzfristige Dieselpreissprünge daher oft zeitversetzt auf die Spotmarktpreise wirken.

Wie sich die Lage weiterentwickelt

Ob die Transportpreise dauerhaft steigen, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Dieselpreisniveau in den kommenden Wochen stabilisiert: „Falls die Dieselpreise langfristig auf dem hohen Niveau bleiben, dürfte dies einen deutlicheren Anstieg der Transportpreise nach sich ziehen“, so Gunnar Gburek weiter.

Gleichzeitig bleibe offen, ob Transportunternehmen ihre höheren Betriebskosten in voller Höhe an ihre Auftraggeber weiterreichen können. Das aktuelle schwache Wirtschaftswachstum setzt zusätzlich Grenzen.

Die G7-Staaten prüfen den Einsatz ihrer Notreserven. Die Bundesregierung plant strengere Kartellregeln und eine tägliche Preisgrenze an Tankstellen – als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise.


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