München. Wie die bayerische Staatsregierung am Dienstag in München mitteilte, werden sowohl die Schweiz als auch der Freistaat zweistellige Millionenbeträge für den Ausbau der Strecke München-Lindau vorstrecken. Das Bundesverkehrsministerium in Berlin bestätigte, es sei das erste Mal, dass das Ausland an der Vorfinanzierung eines deutschen Bahn-Projekts beteiligt ist. Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) betonte, es handle sich um eine echte Ausnahme und solle auch eine Ausnahme bleiben. Die Finanzierung von Bahn-Fernstrecken ist Sache des Bundes. Die Bundesregierung wird jedoch zunächst nur knapp die Hälfte der Kosten von 205 Millionen Euro tragen. Die Schweiz streckt 50 Millionen Euro vor, Bayern 55 Millionen Euro. Der Ausbau soll 2010 beginnen und 2015 abgeschlossen sein. Die bisher nicht elektrifizierte Strecke ist der deutsche Zubringer für den geplanten 57 Kilometer langen Gotthard-Eisenbahntunnel in der Schweiz, der den Güterverkehr von Süd- nach Mittel- und Nordeuropa wesentlich schneller machen soll. Die Schweiz hatte ihr Angebot schon im vergangenen Jahr vorgelegt. Nach Angaben aus bayerischen Regierungskreisen zögerte der Bund jedoch, die Offerte anzunehmen. Der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte dazu, das „außergewöhnliche Prozedere“ mit ausländischer Beteiligung habe eine sehr sorgfältige Prüfung notwendig gemacht. Daran seien mehrere Berliner Ministerien beteiligt gewesen.
Schweizer finanzieren deutsche Bahnstrecke
Erstmals wird eine deutsche Bahnstrecke mit ausländischer Hilfe vorfinanziert. Schweizer leihen Deutschland 50 Millionen Euro.