Schlechte Absatzchancen: VW stoppt Bau von Pick-up in Hannover

04.07.2008 11:42 Uhr
VW 290
VW wird keinen Pick-up in Hannover bauen. (Foto: ddp)
© Foto: ddp

Markt gibt derzeit keine ausreichende Stückzahl für das geplante schwere Fahrzeug mit großer Ladefläche her

Hannover. Angesichts der hohen Spritpreise und schlechter Absatzchancen hat Volkswagen den geplanten Bau eines Pick-up für die europäischen Märkte gestoppt. Ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge sagte am Freitag, eine Analyse habe ergeben, dass der Markt keine ausreichende Stückzahl für das geplante schwere Fahrzeug mit großer Ladefläche hergebe, das in Hannover gebaut werden sollte. Mit Blick auf die hohen Benzinpreise sagte er, die Rahmenbedingungen für den geplanten geschlossenen Pick-up hätten sich "radikal verändert". An dem im argentinischen Werk Pacheco geplanten Bau eines robusteren, offenen Pick-up für Schwellenmärkte halte VW aber fest. Der Sprecher bestätigte einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der Bau des Pick-up für den europäischen Markt im Nutzfahrzeugwerk Hannover war von 2010 an geplant. Für den Pick-up waren in Hannover 700 der 13 000 Beschäftigten eingeplant. Es werde nun intensiv nach einer Ersatzlösung gesucht, sagte der Sprecher. An der zugesagten Beschäftigungssicherung ändere sich nichts. Für den robusteren, offenen Pick-up sehe VW weiter gute Marktchancen, vor allem in Südamerika. Im vergangenen Herbst hatte VW angekündigt, umgerechnet rund 223 Millionen Euro in den Standort Pacheco bei Buenos Aires zu investieren, um dort von 2009 an den "Pick-up Robust" zu bauen. Die Jahresproduktion soll in der Endphase 90.000 Einheiten betragen, von denen ein erheblicher Teil für den Export bestimmt sei. Der robuste Pick-up solle vor allem für die Anforderungen in den Schwellenländern entwickelt werden. In den USA wollte VW die Pick-ups nicht auf den Markt bringen. Der US-Automarkt ist derzeit auf Talfahrt, vor allem auch weil angesichts der hohen Spritpreise der Absatz von Geländewagen und Pick-ups zurückgeht. US-Kunden kaufen zunehmend kleinere, sparsamere Autos. VW hatte 2005 angekündigt, in den lange vernachlässigten Markt der Pick-ups einzusteigen. Die kleinen Transporter auf Pkw-Basis mit offener Ladefläche sind bislang eine Domäne japanischer und amerikanischer Hersteller. Der damalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte gesagt, es gebe auch in Europa ein großes Segment für Pick-ups. Die Marke VW Nutzfahrzeuge war nach einem Rekordjahr 2007 gut ins neue Jahr gestartet. In den ersten fünf Monaten des Jahres lieferte die Marke rund 216.000 Fahrzeuge aus - rund 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. VW Nutzfahrzeuge baut zum Beispiel die Modelle Caddy und Crafter sowie schwere Lastwagen in Brasilien. (dpa)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.