Frankfurt/Main. Der Airport Schiphol in Amsterdam wird immer attraktiver als Umschlagplatz für Luftfracht. So wuchs dort im abgelaufenen Jahr das Volumen um 0,6 Prozent, und auch im ersten Quartal meldet der Flughafen Zuwächse. „Und dies, obwohl uns Ende Dezember 2011 mit der chinesischen Lufthansa-Beteiligungstochter Jade Cargo International durch deren zumindest vorübergehende Betriebseinstellung ein wichtiger Kunde verloren gegangen ist“, sagte Frachtchef Enno Osinga der Schiphol-Group auf der gestrigen Sitzung des Aircargo Clubs Deutschland (ACD) in Frankfurt.
Insgesamt verdiente Schiphol mit dem Frachtgeschäft im abgelaufenen Jahr 45 Millionen Euro. 2011 wurden in Schiphol rund 1,5 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen, ein knapper Zuwachs von 0,6 Prozent im Jahresvergleich. Insgesamt seien 290.000 Jobs vom Airport direkt oder indirekt abhängig, davon entfielen 170.000 auf das Frachtgeschäft.
Das Wachstum von Paletten und Containern werde sich mittel und langfristig fortsetzen, ist Osinga überzeugt. So hätten mit Panalpina und Rhenus jüngst zwei große Logistiker Umschlaghallen auf dem Flughafengelände errichtet, wodurch neue Volumina über Amsterdam bewegt würden. Zudem nutze die russische Air-Bridge Cargo den Platz für Weiterflüge nach Nordamerika. Befürchtungen von Platzhirsch Air France-KLM Cargo-Martinair, dass Flüge von neuen Wettbewerbern ihre Tonnage reduzieren würde, hätten sich nicht bestätigt, so Osinga. Gemeinsam kommen die drei Kapazitätsanbieter zusammen mit den Allianzpartnern der SkyTeam-Gruppe um Delta und China Southern auf 56 Prozent bei der in Amsterdam umgeschlagenen Fracht. Die von ihnen transportierten Mengen würden weiter wachsen, doch durch neue Anbieter verteile sich das Gesamtvolumen auf immer mehr Fluglinien, sagte der Manager. Er kündigte an, dass Thai Airways als nächste Airline per Großfrachter auf dem Platz landen werde.
Als Pluspunkte seines Standorts etwa gegenüber Frankfurt nannte Osinga die hohe Anzahl von freien Gewerbeflächen für die Ansiedlung von Logistikunternehmen auf dem Airportgelände und in dessen unmittelbaren Umfeld, das aus fünf Start- und Landebahnen bestehende Infrastrukturangebot für Fluglinien, die gute Erreichbarkeit per Straße und Bahn, das Fehlen von Nachtflugbeschränkungen sowie das einheitliches IT-System, an welches der Zoll, die Airlines, der Flughafen, die Spediteure sowie Trucker und Luftfrachtabfertigungsunternehmen angeschlossen seien. (hs)