Scandlines-Verkauf: Ringstorff drängt auf Arbeitsplatz-Erhalt

31.05.2006 17:28 Uhr

Bislang 30 Kaufangebote für deutsch-dänische Fährreederei: Verkaufserlös bis zu 800 Millionen Euro

Kopenhagen/Dänemark. Für den bevorstehenden Verkauf der deutsch-dänischen Scandlines-Fährreederei liegen bislang 30 Kaufangebote vor. Das teilte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) heute in Kopenhagen nach einem Gespräch mit dem dänischen Transportminister Flemming Hansen mit. Beide Seiten seien sich dabei einig gewesen, „dass der Erhalt der Arbeitsplätze und die Entwicklungsperspektiven des Unternehmens bei einem Verkauf Priorität haben müssen.“ Die in Rostock ansässige Reederei gehört zu gleichen Teilen der dänischen Regierung und der Deutschen Bahn AG. In Deutschland beschäftigt Scandlines rund 1200 Menschen. Das Unternehmen soll noch in diesem Jahr einen neuen Besitzer finden. Als Verkaufspreis für Europas größte Fährreederei werden in Finanzkreisen 600 bis 800 Millionen Euro genannt. Im vergangenen Jahr hatte Scandlines mit 523 Millionen Euro den höchsten Umsatz der Firmengeschichte erzielt. Zum Auftakt seiner dreitägigen Skandinavienreise machte Ringstorff erneut auch seine kritische Haltung zum beabsichtigten Bau einer Brücke über den Fehmarn-Belt deutlich. „Ich kann verstehen, dass die geplante Querung aus dänischer Sicht von großer Bedeutung ist“, räumte der deutsche Gast ein. Für Mecklenburg-Vorpommern sei aber wichtig, dass die Wettbewerbsbedingungen zwischen dem Verkehr über die Brücke und dem Seeverkehr „transparent und fair“ blieben. „Wenn sich also eine feste Querung über den Fehmarn-Belt rechnet, dann sollte sie auch ohne staatliche Zuschüsse finanziert werden“, forderte Ringstorff. (dpa)

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