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Rotterdamer Hafen setzt auf Flächensicherung

Braucht Platz für weitere Expansion: der Hafen Rotterdam
© Foto: Arndt

Hafenbetrieb HbR vereinbarte Flächennutzung mit dem wesentlich kleineren Nachbarhafen Dordrecht / Maasvlakte–II-Ausbau ist voll im Plan


Datum:
27.07.2011
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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Rottrdam. Der Rotterdamer Hafen braucht angesichts der mittel- und langfristig erwarteten neuen Gütermengen rechtzeitig Raum für eine weitere Expansion. Neben dem Neuland, das der größte europäische Seehafen direkt vor seiner Haustür aus der Nordsee aufspült und zum Logistik-, Umschlag- und Industriegebiet Maasvlakte II (MV II) formt, sucht der Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) auch in seinem direkten Umfeld nach Flächen für Hafenkunden. Mit der Stadt Dordrecht, knapp 50 Kilometer südwestlich von Rotterdam, wurde jetzt ein weitreichendes Flächennutzungsabkommen geschlossen.

Im zweiten Schritt soll auch Moerdijk als Partner gewonnen werden

Die jetzt besiegelte Zusammenarbeit ist von langer Hand vorbereitet worden. Sie ist Bestandteil der neuen „Hafenvision 2030" des HbR. Darin kündigte der größte europäische Seehafen unter anderem an, eng mit den vor seiner Haustür befindlichen niederländischen Seehäfen zusammenarbeiten zu wollen. „Wir haben jetzt mit Dordrecht den ersten Schritt auf diesem Weg vollzogen. In der zweiten Etappe steht der wesentlich größere Hafen Moerdijk auf dem Programm", erklärte HbR-Sprecher Tie Schellekens gegenüber der VerkehrsRundschau.

In Dordrecht, eine der ältesten Hafenstädte der Niederlande, bekommt der große Nachbar Rotterdam über den Erbpacht-Vertrag den direkten Zugriff und das Recht zur Weiterentwicklung von rund 60 Hektar im öffentlichen Eigentum befindlicher Hafen- und Industriefläche. Insgesamt stehen in Dordrecht 210 Hektar Fläche für Hafen – und Gewerbeentwicklung zur Verfügung, wobei es sich dabei um Privatflächen handelt. Der Hafen wird sowohl von Binnen- als auch von Seeschiffen angesteuert. Der Güterumschlag liegt bei rund 2,5 Millionen Tonnen, wobei neben Massengütern auch Stückgüter anfallen. Vor Ort besteht ein eigener, leistungsstarker maritimer Cluster.

Im Gegenzug für die Flächennutzung überweist der HbR jährlich einen Pachtbetrag zunächst 1,8 Millionen Euro an die Stadtkasse von Dordrecht. Dieser Betrag soll sich planmäßig auf bis zu 2,7 Millionen Euro bis 2016 erhöhen. Danach findet eine jährliche Neubewertung statt.

Auf der Maasvlakte II werden bereits Schienen und Straßen gebaut

Für HbR-Chef Smits stellt die jetzt besiegelte Kooperation eine „Win-win"-Situation für beide Hafenstandorte, aber auch für den Logistikstandort Niederlande, dar. Ganz oben steht für ihn die „Optimierung der Flächennutzung". Zwar schafft Rotterdam mit der Maasvlakte II neue Hafenentwicklungsfläche, doch schaut der HbR schon heute nach weiteren Möglichkeiten.

Indes kommen die Arbeiten an der neuen Hafenerweiterungsfläche gut voran. Von den 240 Millionen Kubikmetern Nordsee-Spülsand, die für die erste Ausbauphase benötigt werden, sind bereits 195 Millionen Kubikmeter aus der Nordsee entnommen worden. Auf den bereits baureifen Flächen verlegen die Fachfirmen bereits Schienen sowie Versorgungsleitungen und bauen die ersten Straßen. Das Ziel heißt: Abfertigung der ersten Schiffe an den neuen Containerterminals im Jahr 2013.

Auch in Hamburg denkt man über das Rotterdamer Modell nach

Eine derart weitgehende Kooperation wie die zwischen Rotterdam und Dordrecht gibt es innerhalb des deutschen Seehafen–Clusters noch nicht. Doch die Überlegungen zum Beispiel von Hamburg gehen in die Richtung des Rotterdamer Modells. Die sogenannte „Unterelbe-Kooperation", Ende 2009 offiziell aus der Taufe gehoben, bietet dafür die Grundlage. Denn auch im Universalhafen Hamburg sind Flächen äußerst knapp. Vor dem Hintergrund des neuen Hafenentwicklungsplans (HEP), der spätestens Mitte 2012 in Kraft treten soll, wird in Hamburg schon jetzt offen darüber diskutiert, ob man im Kernhafengebiet tatsächlich noch all die Güterarten umschlagen und lagern will, die heute bewegt werden. „Wertschöpfung steigern" lautet die Devise. Der Unterelbe-Hafen Brunsbüttel wird als möglicher Partner für Gütermengen gehandelt, die man künftig in Hamburg nicht mehr unbedingt haben möchte. (eha) 

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