Hamburg. Viele Reeder hoffen, dass durch den Einsatz immer größerer Schiffe die steigenden Betriebskosten in den Griff zu bekommen werden. Dieser Trend gilt nicht mehr nur für die Route Asien-Europa, auf der traditionell die größten Containercarrier eingesetzt werden, sondern für alle weltweit wichtigen Relationen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unicredit-Bank im Rahmen des „7. Maritimen Trendbarometers“, einer jährlichen Umfrage unter Linien- und Charterreeder im Sommer und Herbst 2012.
Allein 2012 sind über 50 Schiffe mit einer Kapazität von mindestens 10.000 Standardcontainern (TEU) in Fahrt gekommen. 2013 wird die Reederei Maersk ihre ersten 18.000 TEU-Schiffe übernehmen. Alle diese Neubauten werden fast ausschließlich auf der Hauptroute Asien-Europa eingesetzt und den seit rund zwei Jahren verstärkt beobachteten „Cascading Down“-Effekt weiter beschleunigen. Die neuen Schiffe verdrängen die bisher auf dieser Relation eingesetzten kleineren Einheiten, die dann wiederum in anderen Fahrtgebieten eingesetzt würden.
Der Trend zu immer größeren Schiffen betreffe laut Umfrage alle Fahrtgebiete. So erwarten die Befragten, dass auf den Relationen Asien-Südamerika (West-Rotation) sowie Europa-Südamerika erstmals durchschnittlich über 6.000 TEU große Containerschiffe zum Einsatz kommen werden. Das prozentuale Größenwachstum fällt gemessen an der Stellkapazität in TEU deutlich zweistellig aus.
Intensivere Kooperationen und neue Allianzen
Die befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass das „Cascading Down“ auf Reedereiseite vor allem zu einer Marktkonsolidierung führen wird. Dazu gehören der Ausbau der Slot Sharing-Aktivitäten, also Vereinbarungen von konkurrierenden Reedereien über die gemeinsame Nutzung von Schiffen, noch intensivere Kooperationen sowie der Aufbau neuer Allianzen. (diwi)