Schwerin. Transportunternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern haben heute vor dem Schweriner Landtag gegen hohe Spritpreise und die drohende Erhöhung der Autobahnmaut protestiert. Dem Aufruf eines von Transportunternehmen der Region Brüel initiierten Vereins waren aber weniger Unternehmer gefolgt als erwartet. Statt der angekündigten 50 Lastwagen hatten laut Polizei nur vier LKW und elf Personenwagen an dem Korso in die Landeshauptstadt teilgenommen. Der Landesverband des Verkehrsgewerbes Mecklenburg-Vorpommern, dem nach eigenen Angaben etwa 250 Unternehmen angehören, zeigte sich von der Aktion überrascht. Wie Geschäftsführer Norbert Voigt in Neubrandenburg sagte, sind für Sonntag in Brüel Gespräche zur Situation der Branche geplant. Dazu werde auch der FDP- Fraktionschef im Schweriner Landtag, Michael Roolf, erwartet. Voigt untermauerte die Forderung nach spürbaren und nachhaltigen Entlastungen der Fuhrunternehmen. Der rasante Anstieg der Dieselpreise im Frühjahr habe viele Spediteure an den Rand des Ruins getrieben. „Ein Drittel der laufenden Ausgaben geht für Sprit drauf. Wenn der Dieselpreis dann in kürzester Zeit um 20 Cent auf mehr als 1,50 Euro je Liter nach oben schnellt, haut das mächtig ins Kontor“, betonte der Verbandsgeschäftsführer und erneuerte die Forderung nach einem steuerbegünstigten Gewerbediesel. Seit Ende Juli haben die Preise an den Zapfsäulen aber wieder deutlich nachgegeben. Mit großer Sorge verfolge die Branche zudem die Pläne des Bundes, die Autobahnmaut für Lastwagen zu erhöhen. „Auf die dramatischen Folgen haben wir die Politik bei der Logistikkonferenz im Juni in Warnemünde deutlich hingewiesen. Das wäre schon ein dicker Hund, wenn in der ohnehin angespannten Situation nun auch noch die Maut um 40 bis 70 Prozent aufgestockt würde“, sagte Voigt. Die Unternehmer setzten ihre Hoffnung auf die Bundesländer, die die Mauterhöhung im Bundesrat stoppen könnten. (dpa/sb)
Proteste erreichen Mecklenburg-Vorpommern
Frachtführer demonstrieren vor Landtag gegen hohe Spritpreise und LKW-Mauterhöhung