Die Deutsche Post will die nach der angeordneten Porto-Senkung angekündigten Sparmaßnahmen wie Stellenabbau sorgfältig auch auf Sozialverträglichkeit prüfen. Dies habe Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel bei einem Gespräch Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) zugesagt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mit. "Das Unternehmen wird die verschiedenen Interessenlagen von Verbrauchern, Aktionären und Mitarbeitern angemessen und sachgerecht berücksichtigen." Nach der Entscheidung der Regulierungsbehörde zur Portosenkungen hatte die Post angekündigt, bis zu 10.000 Stellen im Briefdienst könnten abgebaut und bis zu 1000 Filialen geschlossen werden. Damit sollten Ertragseinbußen von rund 300 Millionen Euro jährlich aufgefangen werden. Die erforderlichen Rationalisierungsschritte würden sorgfältig gewichtet und auf Sozialverträglichkeit geprüft, habe Zumwinkel im Gespräch mit Müller erklärt. Der private Postdienstleister Pin AG aus Berlin hat die angeordnete Portosenkung bei der Deutschen Post begrüßt. Der nach eigenen Angaben größte Post-Konkurrent im Briefgeschäft geht davon aus, dass eine weitere Liberalisierung den Wettbewerb beleben und zu einem Boom der privaten Postdienstleister führen werde. Dies sei mit der Schaffung von Zehntausenden neuen Vollzeitarbeitsplätzen verbunden, erklärte Pin-Gründer und -Aufsichtsratschef Bernhard Klapproth am Donnerstag in Berlin. (vr/dpa)
Portosenkung: Zumwinkel will Sparmaßnahmen sorgfältig prüfen
Postkonkurrent Pin erwartet Boom für private Dienstleister