Das Brief- und Paketmonopol der Polnischen Post (Poczta Polska - PP, Umsatz 2000: 2,6 Milliarden Mark), das vorläufig noch für die Beförderung von Sendungen bis zu 2000 Gramm gilt, soll ab 1. Januar 2002 auf Sendungen bis 500 Gramm beschränkt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, der dem polnischen Parlament (Sejm) zur Beratung vorliegt. Danach soll die Grenze nach dem EU-Beitritt Polens auf 350 Gramm gesenkt werden – als Ausgleich für die Aufrechterhaltung eines teilweise defizitären flächendeckenden Postdienstes. Nach Ansicht der bei der PP tätigen Gewerkschaftsverbände, die sich jetzt in einem offenen Brief an den entsprechenden Parlamentsausschuß gewandt haben, sollte mit der Liberalisierung bis nach dem EU-Beitritt abgewartet werden. Die Post, so die Gewerkschafter, brauche noch 2 bis 3 Jahre und weitere jährliche Investitionen von 350 bis 400 Millionen Mark, um konkurrenzfähig zu werden. Eine sofortige Einschränkung der Postmonopols bis 500 Gramm würde für die PP nach Berechnungen der Zeitung Rzeczpospolita einen Einnahmenrückgang von gut 20 Prozent bedeuten. Die Liberalisierungspläne sind dagegen auf einhellige Zustimmung bei den bereits auf den polnischen Markt vorgedrungenen westeuropäischen Postgesellschaften gestoßen. Die Deutsche Post besitzt 60 Prozent der Anteile und hat bereits 100 Millionen Mark in die Firma Servisco (Umsatz 2000: 132 Millionen Mark) investiert. Weitere große Kep-Dienstleister in Polen sind die holländische Postgroep TPG (TNT, Umsatz 2000: keine Angaben), sowie die britische (Szybka Paczka, Umsatz 2000: 12 Millionen Mark) und schwedische Post (Masterlink Express, Umsatz 2000: 17 Millionen Mark). (vr/jt)
Polen will Postmonopol einschränken
Ausländische Postdienstleister auf dem polnischen Markt begrüßen die Ankündigung