Augsburg/München. Eine PKW-Vignette könnte nach einer Modellberechnung der österreichischen Mautbetreibergesellschaft Asfinag bundesweit vier Milliarden Euro im Jahr in die Kassen spülen. 18 Prozent davon würden an Bayern mit seinem 2300 Kilometer langen Autobahnnetz fallen, berichtete die „Augsburger Allgemeine“ heute. Für den Freistaat käme damit knapp ein Drittel mehr an Nettoeinnahmen heraus als im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Die Autofahrer sollen nach dem Vorschlag des bayrischen Innenministers Günther Beckstein (CSU) jährlich 100 Euro für eine Autobahnvignette zahlen, im Gegenzug soll Kraftstoff billiger werden. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet indes unter Berufung auf Kalkulationen aus dem bayerischen Innenministerium, eine 100-Euro-Autobahnvignette brächte jedes Jahr 4,9 Milliarden Euro. Insgesamt sollten mit sechs Milliarden Euro jährlich der Liter Diesel um zehn, Benzin um 15 und Super um 18 Cent verbilligt werden. Dabei entstehe ein strukturelles Defizit von mehr als einer Milliarde Euro. Doch Beckstein erwarte mindestens zwei Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen durch den dann schwindenden Tanktourismus in die anliegenden EU-Staaten sowie in die Schweiz. Dieser verursache derzeit jährlich Steuerausfälle von 4,6 Milliarden Euro. (dpa/tz)
PKW-Vignette kann vier Milliarden Euro bringen
Autofahrer sollen nach dem Vorschlag von Bayerns Innenminister Günther Beckstein jährlich 100 Euro für eine Autobahnvignette zahlen