Panama-Kanal: Kapazitätserweiterung wird Schifffahrt beflügeln

18.04.2007 17:46 Uhr
Emma Maersk
Der Trend geht zu größeren Containerschiffen (Arndt)
© Foto: Arndt

Der bis 2015 vorgesehene Ausbau des Panama-Kanals wird zu tiefgreifenden Veränderungen in der Frachtschifffahrt führen

Hamburg. Der bis 2015 vorgesehene Ausbau des Panama-Kanals wird zu tiefgreifenden Veränderungen in der Frachtschifffahrt führen. Davon geht Torsten Wagner, Vorstandsmitglied der Schiffsfinanzierungs-Sparte der Deutschen Bank, aus. „Künftig könnten vollbeladene Containerfrachter von 12.000 TEU den Kanal passieren. Heute liegt die Obergrenze bei 5.000 TEU.“ Damit werde es zu deutlichen Kosteneinsparungen im Warenverkehr kommen. Der Banker rechnete vor: „Ein 8000-TEU-Schiff hat rund 17 Prozent geringere Kosten pro Container als ein 4000-Schiff.“ Die Entscheidung der Regierung, die dann 100 Jahre alte, künstliche Wasserstraße zu vergrößern, verdiene daher große Anerkennung, sei aber auch unverzichtbar, soll der Kanal weiter seine große wirtschaftliche Bedeutung für das Land spielen. Zur Verdeutlichung: Rund 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wird durch den Kanal erwirtschaftet, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Wagner wies darauf hin, dass aufgrund des Trends zu größeren Containerschiffen – und anderen Frachtschifftypen – ab 2011 gut 37 Prozent der dann in Fahrt befindlichen Containerflotte nicht mehr durch den Kanal fahren könnten. Die Finanzierung von rund 5,25 Milliarden US-Dollar sieht er nicht als Problem an. Aufgrund seiner Attraktivität, sprich der Verkürzung der Reisestrecke um rund 8000 Seemeilen, erwartet die staatliche Kanal-Betriebsgesellschaft, dass sie den Kapitaleinsatz binnen zehn Jahren wieder zurückverdient hat. Einmal ausgebaut, werde sich das Transitaufkommen durch den Kanal bis 2025 im Vergleich zur Freigabe der zusätzlichen Kapazitäten verdoppeln. Zur Orientierung: Aktuell benutzen rund 14.000 Seeschiffe jährlich den knapp 82 Kilometer langen Kanal. Als weiteren großen Nutznießer der Kanalertüchtigung sieht Wagner den Massengutsektor, und zwar für flüssige und für trockene Massengüter. „Für die südamerikanischen Rohstoffe werden sich dadurch völlig neue Transportwege erschließen.“ Der Kanal-Ausbau werde darüber hinaus Investitionen in den Häfen auslösen, und zwar in Besonderem in den US-Häfen an der Ostküste. Schon jetzt würden die entsprechenden Überlegungen dazu vorgenommen. (eha)

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