Osthandel: Stärkster Warenaustausch mit Tschechien und Polen

14.12.2000 19:54 Uhr

Jahresstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes zum grenzüberschreitenden Güterverkehr

Der Warenaustausch im deutschen Osthandel ist mit Tschechien und Polen am größten. Das hat eine Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Flensburg ergeben, dass die Zollmeldungen an der deutschen Außengrenze der Europäischen Union über den Straßengüterverkehr ständig auswertet. Die Daten sind vor dem Hintergrund der geplanten EU-Osterweiterung "besonders aufschlussreich", meinte das KBA am Dienstag bei der Veröffentlichung einer Jahresstatistik zum grenzüberschreitenden Güterverkehr. Nach KBA-Angaben hat der Warenaustausch mit Osteuropa mit den einzelnen Ländern in den vergangenen Jahren unterschiedlich stark zugenommen. Der Empfang von Gütern aus den direkten Nachbarstaaten Tschechien und Polen liege bereits seit etlichen Jahren auf hohem Niveau, jedoch habe sich von 1994 bis 1999 der Versand aus diesen beiden Ländern deutlich mehr als verzweifacht. Im einzelnen sind im Handel mit Tschechien im Jahr 1999 insgesamt fast 14,2 Millionen Tonnen Güter bewegt worden. Dabei wurden knapp 9,1 Millionen Tonnen in Deutschland eingeführt und fast 5,1 Millionen Tonnen nach Tschechien gebracht. Fast ausgeglichen sieht das Handelsverhältnis - bezogen ausschließlich auf Lkw-Transporte - mit Polen aus. Bei insgesamt knapp 13,2 Millionen Tonnen Güterumschlag insgesamt sind annähernd 7,2 Millionen Tonnen Waren empfangen und knapp über sechs Millionen Tonnen aus Deutschland ausgeführt worden. Eine wesentlich geringere Handelsrolle hingegen spielte 1999 Russland mit insgesamt nicht ganz 1,8 Millionen Tonnen Lastgut. Bei der Ausfuhr aus Russland waren es 712 000 Tonnen, bei der Einfuhr aus Deutschland 1,07 Millionen Tonnen. Gleichviel Güter wurden 1999 zwischen Deutschland und den drei baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland bewegt, und zwar insgesamt 1,8 Millionen Tonnen. 1,1 Millionen Tonnen gingen nach Deutschland, rund 700 000 Tonnen wurden in die drei Länder hinein transportiert. Mit Lkw-Güterhandel mit Weißrussland wurden 1999 rund 560 000 Tonnen bewegt (406 000 nach Deutschland, 153 000 Tonnen von Deutschland nach Weissrussland). Mit der Ukraine wurden 633 000 Tonnen gehandelt (362 000 Einfuhr nach Deutschland, 271 000 Ausfuhr in die Ukraine). Für das auslaufende Jahr 2000 rechnet die Flensburger Behörde für Polen und Tschechien mit weiteren Zuwachsraten, vor allem beim Versand in die beiden Staaten. Weiterhin zunehmen dürfte außerdem vor allem der Empfang von Waren in Deutschland aus den baltischen Staaten sowie Russland. (dpa)

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