Ölwelle trägt den Hafen Amsterdam durchs Halbjahr

21.07.2009 08:18 Uhr
Bulk-Umschlag Hafen Amsterdam
Seegüterumschlag von Ölprodukten im Hafen Amsterdam im ersten Halbjahr gestiegen
© Foto: Arndt

Niederländischer Hafen erlebt erhebliche Einbrüche im Containergeschäft

Amsterdam. Der Hafen Amsterdam hält sich beim Seegüterumschlag mit Öl und Ölprodukten über Wasser. Im ersten Halbjahr stieg der Umschlag für dieses Produkt um gut 25 Prozent auf 18 Millionen Tonnen, teilte der Städtische Hafenbetrieb Amsterdam (SHA) mit. Damit macht der Ölumschlag knapp die Hälfte des Gesamtumschlags im Hafen der niederländischen Hauptstadt aus, der sich im 1.Halbjahr auf gut 39 Millionen Tonnen belief. Damit lag das Ergebnis um gut zwei über dem Vorjahresniveau. Die Sparte „Flüssiggüter“ brachte es, einschließlich des Öls, auf gut 19,5 Millionen Tonnen (plus 22 Prozent). Ein wichtiger Grund für die positive Entwicklung ist nach SHA-Bewertung, dass die seitens verschiedener Umschlagbetriebe erfolgten Großinvestitionen in neue Tanklager jetzt Wirkung zeigen. Die Entwicklung im Ölsektor hat in Amsterdam ganz entscheidend dazu beigetragen, dass der Hafen noch mit einem Mengenplus das erste Halbjahr abschließen konnte. Denn in zentralen Bereichen gab es Einbrüche. Der Containerumschlag lag ladungsgewichtsbezogen um 40 Prozent unter dem Vorjahresstand. 1,1 Millionen Tonnen containerisierte Ladung wurden umgeschlagen. Auf TEU-Grundlage dürfte der Rückgang noch dramatischer ausfallen, wobei der SHA darauf verzichtete, den TEU-Betrag zu nennen. Zur Erinnerung: Im 1.Semester 2008 fielen in Amsterdam noch 209.928 Standardcontainer (TEU). Die SHA konnte auf Anfrage bislang keine Angaben zur TEU-Anzahl machen. Tatsache ist, dass der Hafen Amsterdam, der erst ab Mitte 2005 Anschluss an den weltweiten Container-Verkehr gefunden hatte und bis Mitte 2008 noch mit sehr hohen Zuwachsraten glänzen konnte, jetzt zu den großen Verlierern im globalen Containergeschäft gehört. So verlor der Hafen seit Jahresanfang mehrere Dienste, weil sich die Reedereien dazu entschlossen, ihre Verkehre auf weniger Häfen zu konzentrieren. Nutznießer wurde hier vor allem Rotterdam. In den anderen Häfen, die zur „Hafengruppe-Amsterdam“ gehören und die vor allem in Massengut-betonten Bereichen tätig sind - Ijmuiden, Beverwijk, Velsen und Zaanstad -, wurden weitere rund 4,3 Millionen Tonnen umgeschlagen. Damit ergeben sich für die Gesamtgruppe 43,6 Millionen Tonnen nach 47,6 Millionen Tonnen im Vorjahresvergleichszeitraum. Für 2009 stellt sich der Hafen Amsterdam auf eine „leichte“ Umschlageinbuße an. (eha)

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