NRW präsentiert Trassen-Vorschlag für den „Eisernen Rhein“

21.06.2007 17:24 Uhr

Ein nordrhein-westfälischer Trassen- Vorschlag bringt neue Bewegung in das langjährige Tauziehen um eine Wiederbelebung der Güterzuglinie „Eiserner Rhein“.

Düsseldorf. NRW- Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) präsentierte am Dienstagabend in Düsseldorf ein Gutachten, das eine neue Trasse entlang der Autobahn 52 zwischen dem niederländischen Roermond und Mönchengladbach empfiehlt. Eine Reaktivierung der historischen Trasse, die früher das belgische Antwerpen mit dem Ruhrgebiet verband, wird darin als unwirtschaftlich verworfen. „Die Kapazitäten wären nach zwei Jahren ausgelastet“, sagte Wittke. Prognosen zufolge sei aber in den nächsten zehn Jahren in Deutschland mit einer Zunahme des Güterverkehrs um 60 Prozent zu rechnen. „Das kann nicht alles auf die Straße und Binnenschiffe verlagert werden.“ Lediglich der Ausbau der Schieneninfrastruktur könne eine konkurrenzfähige Abwicklung des Güterverkehrs zwischen Antwerpen und NRW gewährleisten. Die SPD-Opposition bezeichnete Wittkes Vorstoß am Mittwoch als „unseriöse Luftnummer“. Weder im Bund noch im niederrheinischen CDU- Kreisverband finde Wittke Unterstützung, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bodo Wißen. Wittke berichtete hingegen von einer wohlwollenden Aufnahme im Bundesverkehrsministerium und auf belgischer Seite. In den vergangenen Jahren habe die Landesregierung lediglich „in Duldungsstarre“ verharrt und abgewartet, was Holland und Belgien entscheiden, kritisierte der CDU-Politiker. Die Anfang der 90er Jahre stillgelegte Trasse Eiserner Rhein sei von wesentlicher Bedeutung für die Güterverkehrsdrehscheibe NRW. Die Holländer haben in den vergangenen Jahren wenig Interesse am Eisernen Rhein erkennen lassen. Sie fürchten wirtschaftliche Nachteile, Lärmbelästigung und Umweltschäden. Der Eiserne Rhein wäre zudem eine Konkurrenz zu Güterzug-Verbindungen in niederländischen Häfen. Über die Kosten der möglichen Trassen sagt das von einem Aachener Verkehrsplanungsbüro erstellte Gutachten nichts aus. Unterstützung für den Neubau der 34 Kilometer langen Trasse signalisierte der kleine Koalitionspartner. „Durch den Eisernen Rhein können wir NRW zur Logistikdrehscheibe in Europa machen“, sagte der Vizevorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Christof Rasche. Die Logistikbranche sei ein wichtiger Motor für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Durch die neue Trassenführung entlang der A 52 könne NRW zwei bedeutende Anbindungen an die Seehäfen von Antwerpen und Rotterdam erhalten. „Der Güterverkehr auf der Straße wird sich in NRW bis 2020 verdoppeln“, sagte Rasche. „Jetzt müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.“

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