Hannover. Die Dienstleister in Norddeutschland haben die Wirtschaftskrise mit leichten Blessuren überstanden. Zwar sei bei vielen Unternehmen der Umsatz kurzfristig weggebrochen, die Auftragslage habe sich jedoch meist schnell wieder stabilisiert, sagte am Donnerstag der Präsident des Verbandes Groß-, Außenhandel und Dienstleistungen in Niedersachsen (GVN), Harald Tenzer, in Hannover. Insgesamt blickten die Dienstleister aber zuversichtlich in die Zukunft, ergab eine Konjunkturanalyse, die auf den Angaben von fast 1100 Unternehmen aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beruht. "Im kommenden Jahr will die Branche rund 13500 weitere Arbeitsplätze schaffen", sagte Tenzer. Derzeit sind rund 1,1 Millionen Menschen bei Dienstleistern in den fünf norddeutschen Bundesländern beschäftigt. Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern schnitten bei der Wirtschaftsanalyse am besten ab. Nur jedes vierte Unternehmen berichtete dort von Umsatzrückgängen, in Hamburg war es jedes zweite. "Die Hansestadt ist mittlerweile Schlusslicht in der Entwicklung in dem Nordländer-Vergleich", sagte der Geschäftsführer der Creditreform Hannover-Celle, Holger Bissel, dessen Unternehmen an der Analyse beteiligt war. Als alarmierend wird die Lage der Logistikbranche in Hamburg und Bremen eingestuft, da die Flaute der Hafenwirtschaft anhalte. "Der gesunkene Hafenumsatz, insbesondere von Containern, in Bremen, Hamburg und Lübeck hat unmittelbar Auswirkungen auf Transporte nach Mittel- und Osteuropa sowie den Ostseeraum", betonte Tenzer. Die problematische Situation dürfe aber kein Grund sein, für den Norden wichtige Projekte auf Eis zu legen. "Wir brauchen die Fahrrinnenanpassung der Elbe und die Y-Schienentrasse, um die Seehäfen Hamburgs und Bremens mit Hannover zu verbinden", sagte Tenzer. Jede Verzögerung gefährde die Wettbewerbsposition Norddeutschlands als führende Drehscheibe für Handel und Logistik in Nordeuropa. (dpa)
Norddeutsche Dienstleister: Optimismus und Blessuren nach der Krise
Branche zeigt sich zuversichtlich / Lage der Logistikbranche in Hamburg und Bremen weiter alarmierend / Flaute der Hafenwirtschaft hält an