Neue Hoffnung für Alitalia

25.09.2008 17:16 Uhr
Alitalia
Verhandlungen um Alitalia-Verkauf bringen ersten Teilerfolg (Bild: Alitalia)
© Foto: Alitalia

Gewerkschaften stimmen Rettungsplan zu / Kunden bleiben wegen drohender Pleite aus

Rom. Für die insolvente italienische Airline Alitalia bahnt sich eine Rettung in letzter Minute an: Nach neuen Verhandlungen haben heute die vier größten Gewerkschaften des Landes dem Plan der Investorengruppe CAI doch noch zugestimmt. Vor allem die größte Arbeitnehmervertretung CGIL, die bis zuletzt Widerstand geleistet hatte, gab jetzt nach. Der Rettungsplan sieht unter anderem den Abbau von mindestens 3000 der insgesamt 20.000 Stellen vor. Nun müssen noch die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter ihre Einwilligung geben. „Jetzt werden wir weiterarbeiten, um diese auch noch an Bord zu holen“, sagte CAI-Geschäftsführer Rocco Sabelli. An dem Treffen im Regierungssitz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, das von dessen engem Vertrauten Gianni Letta geleitet wurde, nahmen neben den Gewerkschaftsführern auch Regierungsvertreter und der Präsident der privaten Investmentgesellschaft, Robert Colaninno, teil. Die CAI hatte vor einer Woche ihr Angebot zurückgezogen, weil es zu keiner Einigung mit den betroffenen Gewerkschaften gekommen war. Regierungsvertretern war es gestern gelungen, die Investoren noch einmal an den Verhandlungstisch zurückzuholen. Nach dem Wunsch Berlusconis sollen auch ausländische Gesellschaften eine Minderheitsbeteiligung bei Alitalia übernehmen. Medien nennen in diesem Zusammenhang immer wieder Air France-KLM und die Lufthansa. Air-France-Konzernchef Jean-Cyril Spinetta habe der italienischen Regierung Interesse signalisiert, berichtete das Pariser Wirtschaftsmagazin „Challenges“. Die Beteiligung an der Seite der italienischen Investoren könne um die zehn Prozent betragen, hieß es. Auch Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Claudio Scajola, betonte, es habe mehrere Anfragen internationaler Fluggesellschaften gegeben. Wegen der drohenden Pleite der noch staatlichen Airline sind jedoch die Ticket-Verkäufe in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. „Alitalia fliegt und wird weiterfliegen. Helft uns und kauft Alitalia-Tickets!“, sagte der von der Regierung eingesetzte Alitalia-Verwalter Augusto Fantozzi vor Journalisten. Im September seien die Verkäufe um 100 Millionen Euro zurückgegangen, fügte er hinzu. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Berufskraftfahrer (m/w/d)

Berlin (Spree-Trans)

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.