Ludwigsfelde/Berlin. Rund eine Woche nach Anmeldung der Insolvenz plant die Berliner Traditionsspedition Friedrich Schulze die Sanierung des Unternehmens. „Nach einem ersten Studium der Unternehmenszahlen sind wir zuversichtlich, dass eine Sanierung und der Erhalt der Arbeitsplätze aus eigener Kraft gelingen können“, teilte Insolvenzverwalter Sebastian Laboga am Dienstag mit. Mittlerweile hätten alle Gesellschaften der Gruppe Insolvenz gemeldet. Sämtliche Kunden hätten jedoch zugesichert, weiterhin mit dem Logistiker zusammenzuarbeiten. Die Löhne und Gehälter der insgesamt 1837 Mitarbeiter der Gruppe seien mindestens drei Monate gesichert. Zu den wichtigsten Kunden der Spedition gehören den Angaben zufolge einige namhafte Süßwarenhersteller. In den Sommermonaten sei in dieser Branche traditionell ein schlechter Umsatz zu erwarten, was auch zum Liquiditätsengpass von Friedrich Schulze beigetragen habe. „Mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft beginnt nun die Hochsaison, und Friedrich Schulze hat volle Auftragsbücher“, teilte Insolvenzverwalter Bruno Kübler mit. In den kommenden Wochen gelte es nun, den Geschäftsablauf stabil zu halten und den Schwung des Saisongeschäftes ausnutzen, teilte Laboga weiter mit. Die Verwalter rechnen mit der Eröffnung des Verfahrens am 1. November 2008. Dann laufe das Insolvenzgeld aus und die Mitarbeiter müssten wieder aus den Überschüssen des Familienunternehmens bezahlt werden. Das 1914 gegründete Speditions- und Logistikunternehmen besteht aus elf Gesellschaften. An seinem Hauptstandort in Ludwigsfelde bei Berlin beschäftigt das Unternehmen 1456 Mitarbeiter; weitere Standorte sind unter anderem im sächsischen Guteborn und Schönefeld, im thüringischen Gotha sowie in Dessau in Sachsen-Anhalt. (sv/dpa)
Nach Insolvenz: Sanierung der Spedition Friedrich Schulze geplant
Rund eine Woche nach Anmeldung der Insolvenz plant die Berliner Traditionsspedition Friedrich Schulze die Sanierung des Unternehmens.