Auf eine diskriminierende Praxis gegenüber Kühltransportern, die den wieder eröffneten Montblanc-Tunnel benutzen wollen, hat der Pariser Spediteursverband TLF hingewiesen. Die Betreiber hätten offenbar den zweideutigen Charakter der jüngsten Vereinbarungen zwischen Rom und Paris über die Wiederzulassungsbedingungen für Lkw ausgenutzt und den Text restriktiv zu ihren eigenen Gunsten interpretiert, hieß es im jüngsten Info-Brief des Verbandes. Kühlfahrzeuge mit einer Breite zwischen 2,55 und 2,60 m würden als Sondertransporte behandelt und die Tarife dafür entsprechend verdoppelt. Die Folge sei, dass für solche Transporte eine Sondergenehmigung eingeholt werden müsse, die auch eine Begleit-Eskorte umfasse. Vor allem aber lägen die Kosten für eine Durchfahrt jetzt bei 394,80 Euro für die betroffene Klasse 4, Euro 2. Wie erinnerlich, war das damalige Brandunglück im Alpentunnel zwischen Italien und Frankreich durch einen belgischen Kühltransport ausgelöst worden. Gegen den Nutzfahrzeugfabrikanten Volvo ist kürzlich ein Verfahren wegen Verdachts auf Verschweigen entsprechender Konstruktionsmängel eingeleitet worden. Die französische Vereinigung für internationale Straßentransporte AFTRI ist laut TLF beim Pariser Transportministerium vorstellig geworden, um gegen diese Praxis zu protestieren. (vr/jb)
Montblanc-Tunnel: Kühltransporter unerwünscht?
Tunnelbetreiber kassieren für Kühltransporter doppelte Gebühr