Sassnitz/Moskau. Die Landesregierung sieht gute Chancen für die seit Jahren geplante Fährverbindung nach Russland, auf der auch Züge befördert werden sollen. "Es gibt noch keinen Termin, aber wir sind optimistisch", sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) am Freitag nach einem Besuch der Logistik-Messe "Transrussia" in Moskau. Nach Gesprächen mit Vertretern der russischen Eisenbahn-Gesellschaft RZD gehe er davon aus, dass eine Direktroute von Sassnitz in den bei St. Petersburg gelegenen Containerhafen Ust-Luga "in absehbarer Zeit kommt". Es sei anzunehmen, dass Warentransporte auf dem Seeweg zwischen Russland und Mecklenburg-Vorpommern nach der Wirtschaftskrise wieder zunehmen. "Die Gespräche mit Unternehmern auf der Messe sind sehr erfolgreich verlaufen", bilanzierte Schlotmann. Der langfristige Trend im Güterumschlag über die Ostsee sei positiv: Von 1998 bis 2008 stieg er von 0,5 auf 2,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Allerdings gab es 2009 einen Einbruch. Der Minister wurde bei seiner Fahrt zum größten russischen Logistik-Treffen von Vertretern der Häfen in Rostock, Sassnitz, Wismar und Vierow (Ostvorpommern) begleitet. Zusammen mit mehreren Transportunternehmen präsentierten sie sich auf einem 64 Quadratmeter großen Landesstand. Dabei waren auch die Fährreederei Scandlines sowie die Rostocker Unternehmen Baltic Lloyd und Frachtcontor Junge. Zum Messeabschluss am Freitag sollte in Moskau noch der deutsch-russische Fährbeirat tagen, um über weitere Verbindungen zu beraten. Wegen der Breitspur-Schienen gilt der Fährhafen Sassnitz-Mukran als "westlichster Kopfbahnhof des russischen Eisenbahnsystems". Seit Jahren hofft Mecklenburg-Vorpommern auf die Einrichtung einer direkten Eisenbahn-Fährlinie nach Russland. Zu DDR-Zeiten war Klaipeda im heutigen Litauen Zielort der Fähren. (dpa)
Mecklenburg-Vorpommern sieht Chancen für Zugfähre nach Russland
MV-Verkehrsminister Schlotmann: Fährverbindung von Sassnitz nach Russland soll "in absehbarer Zeit" kommen / Deutsch-russische Fährbeirat tagt auf Logistik-Messe