Hannover. MAN Nutzfahrzeuge sieht weiter große Chancen bei einer Zusammenarbeit mit Scania und VW. Es seien unverändert erhebliche Synergieeffekte möglich, sagte MAN-Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann heute auf der Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Er bestätigte zugleich, dass MAN mit VW über die Lieferung von Motoren für die in Brasilien gebauten schweren LKW verhandele. Die Gespräche verliefen sehr positiv und er gehe davon aus, dass sie zu einem Abschluss kommen könnten. Auf einen Zeitrahmen wollte er sich aber nicht festlegen. Bisher liege man bei den Preisen noch auseinander. MAN hatte vor zwei Jahren versucht, Scania zu übernehmen, war damit aber gescheitert. Inzwischen hat Volkswagen das Steuer bei dem schwedischen Lastwagenbauer übernommen, der in der Branche als einer besten und profitabelsten Anbieter gilt. VW hält bei Scania knapp 69 Prozent der Stimmrechtsanteile und führt die Marke als neunte Konzernmarke weiter. Bei MAN ist VW mit knapp 30 Prozent größter Aktionär. Weinmann verwies auf ein Einsparpotenzial von mindestens 500 Millionen Euro, wenn Scania und MAN zusammenarbeiten würden. „Es sind unverändert erhebliche Synergiemöglichkeiten vorhanden“, sagte er. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte sogar von einer Milliarde Euro gesprochen. Chancen liegen nach Worten Weinmanns vor allem in den Bereichen Einkauf, Forschung und Entwicklung sowie auch in der Komponentenfertigung. Zugleich machte er aber deutlich, dass für MAN die Zeit nicht dränge. „Die Zusammenarbeit mit Scania und den schweren Nutzfahrzeugen von VW macht strategisch Sinn, aber wir haben keine Not“, sagte der Nutzfahrzeugchef. MAN sei hervorragend aufgestellt und „extrem wetterfest auch gegen Marktschwankungen“. Bei der Rentabilität sei MAN auf Platz zwei nach Scania aufgerückt. 2007 habe MAN eine Umsatzrendite von zehn Prozent erreicht, im ersten Halbjahr 2008 habe man sich sogar noch auf 11 Prozent verbessert. „Und wir sind dabei, uns noch weiter zu steigern.“ Er gehe nicht davon aus, dass das Ergebnis 2009 abstürzen werde, trotz der Konjunkturabschwächung. Bezüglich einer Kooperation mit der VW-Sparte für schwere LKW in Brasilien sagte Weinmann, er sehe da mittel- bis langfristig sehr gute Möglichkeiten. Zu den laufenden Gesprächen über Motorenlieferungen äußerte er sich vorsichtig optimistisch. „Die Gespräche verlaufen sehr positiv und ich glaube schon, dass es zu einem Abschluss kommen sollte und wird.“ Es solle eine Partnerschaft sein, die langfristig angelegt sei. Aber MAN müsse sein Preisniveau halten. „Das sind unsere Motoren wert“, sagte Weinmann. Und schließlich müsse man eine „Win-win-Situation“ erreichen. (dpa)
MAN will durch Kooperation sparen
MAN-Vorstand Weinmann sieht große Chancen bei Zusammenarbeit mit VW und Scania