Frankfurt am Main. Als verpasste Chance kritisiert die Lufthansa in ihrem an Entscheider in Politik und Wirtschaft gerichteten Politikbrief die Beibehaltung der Luftverkehrssteuer, obwohl Verkehrs- und Wirtschaftspolitiker und der Bundesrat die Abschaffung dieser Abgaben gefordert hatten.
Die Fluggesellschaft führt aus, dass sie sich mit aggressiv expandierenden staatlichen Airlines vor allem aus der Golfregion auseinandersetzen muss, die weder Sondersteuern entrichten noch in Lärm- und Emissionsschutz investieren müssen. Zu der Aussage im Koalitionsvertrag „Wir werden den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken und setzen uns für den Erhalt seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein“ moniert die Lufthansa, dass es im Luftverkehr im Gegensatz zu anderen weltweit verflochtenen Industrien „keine den fairen Wettbewerb schützenden Instanz wie die Welthandelsorganisation (WTO)“ gebe.
Beim Thema Emissionshandel kritisiert die deutsche Fluggesellschaft die von der EU-Kommission auf den Weg gebrachte „wettbewerbsverzerrende Insellösung für die Jahre 2014 bis 2020“. Hier fordert die Lufthansa ein Bekenntnis der Bundesregierung für den Ansatz der UN-Luftfahrtorganisation ICAO für ein weltweit gültiges System für Klimaabgaben.
Eine weitere Forderung betrifft die Umsetzung eines einheitlichen europäischen Luftraums. Die auf nationale Interessen zugeschnittenen Flugrouten in Europa zwingen Flugzeuge zu einem durchschnittlichen Umweg von 42 Kilometern. Ein einheitlicher europäischer Luftraum könnte 270.000 Tonnen Kerosin pro Jahr sparen. Damit könne ein Airbus A 380 tausend Mal von Frankfurt nach San Francisco fliegen. (kitz)