Oslo/Frankfurt/Main. Die Lufthansa hat heute skandinavische Medienberichte über ein aktuelles Interesse an der Übernahme von SAS zurückgewiesen. Ein Bericht der Osloer Zeitung „Finansavisen“ mit entsprechenden Äußerungen von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber entspringe einer „Missinterpretation“, hieß es aus der Frankfurter Zentrale. Konzernsprecher Klaus Walther sagte: „An diesen Spekulationen ist nichts dran. Solch eine Äußerung hat es in dem Gespräch mit der Zeitung nicht gegeben.“ In dem Interview ging es um die Absicht der vor einer Woche neu gewählten Mitte-Rechts-Regierung in Schweden, den eigenen Anteil von 21,45 Prozent an der halbstaatlichen SAS zu privatisieren. Mayrhuber antwortete „Finansavisen“ auf die Frage, ob die Lufthansa Interesse am Kauf dieses Anteils habe: „Nein, wir sind nicht darauf aus, Anteile in anderen Fluggesellschaften zu sammeln, wenn wir damit nicht gleichzeitig direkten Zugang zu einem neuen Markt bekommen.“ Dänemark und Norwegen halten mit je 14,3 Prozent etwas kleinere Anteile an dem Flugunternehmen, das in diesem Jahr nach mehrjährigen hohen Verlusten wieder mit Gewinn fliegt. Die Aussichten auf eine Privatisierung der SAS gelten seit dem Wahlsieg des Konservativen Fredrik Reinfeldt über den bisherigen sozialdemokratischen Regierungschef Göran Persson vor gut einer Woche als deutlich gestiegen. Neben Reinfeldt, der sein Amt am 6. Oktober antritt, ist auch der rechtsliberale dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen für den Verkauf der Staatsanteile. Die SAS-Gruppe gilt vor allem wegen ihrer klar dominierenden Stellung in Nordeuropa als interessant für die Lufthansa. Beide Unternehmen arbeiten in der Star Alliance zusammen. „Finansavisen“ bezifferte den geschätzten Marktwert der Skandinavier auf 13,8 Milliarden norwegische Kronen (1,6 Milliarden Euro). (dpa/sb)
Lufthansa bestreitet Interesse an SAS-Übernahme
Übernahmegerüchte basieren auf Missverständnis: Lufthansachef Mayrhuber dementiert aktuelle Akquisepläne