Luftfahrt: Alitalia erneut tiefrot

30.05.2013 13:08 Uhr
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Air France-KLM hält 25 Prozent an Alitalia 
© Foto: Picture Allianz/AP Photo/Corrado Giambalvo

Die finanzielle Situation der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia hat sich abermals verschlechtert. Auch das Frachtgeschäft verläuft äußerst schleppend.

Rom. Die finanzielle Situation der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia hat sich abermals verschlechtert. Laut Angabe der Gesellschaft betrug der Nettoverlust im ersten Quartal diesen Jahres 156,6 Millionen Euro. Der Vorjahreszeitraum war mit einem Defizit von 129,7 Millionen Euro abgeschlossen worden. Als Grund für die enttäuschenden Zahlen nennt das Management „Sondereffekte“, ohne diese allerdings im Einzelnen auszuweisen.

Altitalia, an der Air France-KLM 25 Prozent der Anteile halten, leidet besonders unter der anhaltenden Wirtschaftsflaute ihres Heimatmarktes. So verringerte sich das Passagier- und Luftfrachtvolumen des Landes in den ersten drei Bilanzmonaten um elf Prozent, wobei Alitalias Umsatzrückgänge mit -7,4 Prozent geringer ausfielen. Insgesamt setzte die Fluglinie in dem genannten Zeitraum 724,5 Millionen Euro um.

Um das Überleben der siechen Gesellschaft vorerst zu sichern, hatten die Anteilseigner zu Beginn dieses Jahres einen Kredit in Höhe von 150,6 Millionen Euro bewilligt. Dieses Geld scheint inzwischen aber bereits wieder aufgebraucht zu sein. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten auf aktuell 1,01 Milliarden Euro, bei einer Liquiditätsreserve von 158 Mio. Euro.

Zu schaffen macht der Airline neben den schwachen Marktbedingungen auch die zunehmende Konkurrenz von Billigfliegern. So bedient der Discounter EasyJet neuerdings die inneritalienische Rennstrecke zwischen Mailand und Rom, die vorher eine Domäne von Alitalia war.

Auch das Frachtgeschäft verläuft äußerst schleppend, da der relativ aufkommensstarke norditalienische Markt von externen Kapazitätsanbietern wie etwa All Nippon Cargo, Etihad, Saudia Cargo oder dem Paketflieger FedEx zunehmend bedient wird. Für den Frachtverkauf der Fluglinie außerhalb Italiens ist Air France-KLM-Martinair Cargo zuständig. Nur die Mitnahme von Sendungen auf den nationalen Routen fällt in die Kompetenz der in Rom beheimateten Linie.

Alitalia war bereits 2008 zahlungsunfähig, wurde aber auf Druck des damaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi durch ein Konsortium nationaler Investoren namens Compagnia Aera Italiana (CAI) vor dem Verlust der Fluglizenz gerettet. CAI zahlte seinerzeit den politisch festgelegten Preis von 1,05 Milliarden Euro für den Erwerb von wesentlichen Teilen der bankrotten Staats-Airline. Im Jahr 2009 übernahm die Holding von Air Franke-KLM für 322 Millionen Euro 25 Prozent der Anteile an der neuen Alitalia. Kurzzeitig hatte auch der damalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber erwogen, bei der Fluglinie finanziell einzusteigen, wurde von seinem Aufsichtsrat aber kurz vor Abschluss des Deals zurückgepfiffen. (hs)

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