Logwin fährt in Verlustzone

11.03.2009 12:59 Uhr
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© Foto: Logwin

Konzernleitung kündigt drastische Sparmaßnahmen und Neuaufstellung im Vertrieb an

Grevenmacher (Luxemburg) Der Logistikdienstleister Logwin hat das Jahr 2008 mit einem Verlust von 100 Millionen Euro abgeschlossen. Darin enthalten sind Firmenwertabschreibungen in Höhe von 98 Millionen Euro aufgrund von deutlich gedämpften Erwartungen für die Geschäftsentwicklung. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag 23,3 Millionen Euro und damit um 27 Prozent unter dem Vorjahresergebnis (2007: 32 Mio. Euro). Der Umsatz der Gruppe lag mit 2,05 Milliarden Euro exakt auf Vorjahresniveau. „Wir sind aufgrund der außergewöhnlich angespannten Lage im Logistikmarkt deutlich hinter unseren wirtschaftlichen Zielen zurückgeblieben. Die sich abschwächende Konjunktur und Krise auf den Finanzmärkten hat uns unerwartet stark ausgebremst“, erklärte Logwin-Chef Michael Winter anlässlich der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt. Das schlechte Ergebnis sei auf stark rückläufige Volumina im vierten Quartal vor allem in der Automobil- und Textilindustrie zurückzuführen. Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions schrumpfte um 6,3 Prozent auf 713 Millionen Euro. Das Geschäftsfeld Road + Rail schloss mit einem Verlust von 2,4 Millionen Euro (2007: -1,6 Mio. Euro). Das von Winter in der Vergangenheit formulierte Ziel, diesen Bereich profitabel zu machen, wurde damit erneut verfehlt. Erfreulich entwickelte sich laut Winter Umsatz und Ergebnis trotz sinkender Mengen im vierten Quartal im Geschäftsfeld Air+ Ocean. Der Umsatz wuchs um sechs Prozent auf 553,3 Millionen Euro, das Ergebnis stieg um 23 Prozent auf 23,3 Millionen Euro. Als Reaktion auf die starken Volumenrückgänge in den meisten Geschäftsbereichen kündigte Winter ein ganzes Paket operativer und struktureller Maßnahmen an. Zu den laut Winter „tiefen und schmerzlichen Einschnitten“ gehöre auch die Entlassung eigener Mitarbeiter. Im Kontraktlogistik-Geschäft will die Konzernleitung den Vertrieb komplett neu aufstellen sowie Overheadkosten durch schlankere Strukturen abbauen. Oberstes Ziel für Road + Rail sei es, den Bereich profitabel zu machen. „Dabei nutzen wir auch die Möglichkeit, Preissenkungen im Frachteinkauf durchzusetzen“, kündigte Winter an. Einen Ausblick auf die Geschäftsentwicklung in 2009 wollte die Logwin-Führung nicht geben weil das Geschäft maßgeblich von der Entwicklungen der gesamtwirtschaftlichen Lage abhänge. (diwi)

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