Memphis. Der erfolgsverwöhnte US-Logistikriese Fedex muss einen Dämpfer einstecken. Im vierten Geschäftsquartal, das am 31. Mai endete, ging auf einigen Routen die Zahl der transportierten Pakete zurück und auch der Gewinn schrumpfte. Dabei gehört Fedex eigentlich zu den Profiteuren eines boomenden Online-Handels.
Dank höherer Preise konnte Fedex von März bis Mai den Umsatz noch um 4 Prozent auf 11,0 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) nach oben schrauben. Das Unternehmen wuchs damit aber nicht einmal halb so schnell wie im Gesamtjahr. Das ist insofern bemerkenswert, weil Logistikfirmen wie Fedex oder auch der direkte US-Konkurrent UPS als Konjunkturbarometer gelten. Sie arbeiten für alle Branchen und für Privatleute. Der Quartalsgewinn von Fedex fiel sogar wegen Abschreibungen auf ausgemusterte Flugzeuge um 1 Prozent auf 550 Millionen Dollar. Fedex modernisiert gerade seine Flotte und schickt 44 Airbus A310 und Boeing MD10 aufs Altenteil.
Im Gesamtjahr konnte Fedex indes ein 40-prozentiges Gewinnplus auf mehr als 2 Milliarden Dollar verbuchen. Im Geschäftsjahr 2013 werde das Ergebnis weiter zulegen, versicherte Konzernchef Frederick Smith. Im Herbst will er ein großes Sparprogramm verkünden, um den galoppierenden Personal- und Spritkosten entgegenzuwirken. Nachdem die FedEx-Aktie vorbörslich im Minus lag und auch die Papiere des Rivalen Deutsche Post belastet hatte, stieg sie im frühen New Yorker Handel wieder. (dpa)