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Logistikkonjunktur in Deutschland zieht an

© Foto: imago/Ralph Peters

Zwischentief überwunden: Der BVL-Logistik-Indikator verzeichnet den zweithöchsten Stand seit dem Beginn der Erhebungen


Datum:
06.06.2011
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Bremen. Die deutsche Logistikkonjunktur hat sich im Frühjahr in sehr kräftiger Verfassung gezeigt. Dies geht aus der jüngsten Erhebung für den Logistik-Indikator hervor, den das Institut für Weltwirtschaft jedes Quartal im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) berechnet. Der Klimawert konnte demnach die leichte Eintrübung im Vorquartal mit einem Zuwachs von 8,5 Indexpunkten deutlich ausgleichen und erreichte mit einem Niveau von 156,3 Zählern den zweithöchsten Stand seit dem Beginn der Erhebungen im vierten Quartal 2006.

Geprägt ist das aktuelle Ergebnis vor allem durch eine deutlich verbesserte Lageeinschätzung (Anstieg um 12 auf 157,7 Punkte), auch wenn der Spitzenwert aus dem Schlussquartal des Vorjahres nicht erreicht wurde. Die Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate, die bereits seit vier Quartalen auf einem stabilen hohen Niveau liegen, legten um 5 Punkte auf 154,9 Zähler zu. Die stärkere Verbesserung der Lageeinschätzung spiegelt sich sowohl auf der Anbieterseite (Logistikdienstleister) als auch bei den Anwendern in Industrie und Handel wider, deren Beitrag zur allgemeinen Klimaverbesserung insgesamt etwas stärker ausfällt.

Zur deutlich verbesserten Lageeinschätzung auf der Seite der Logistikdienstleister (Anbieter) mit einem Anstieg um 10,2 auf 153,8 Indexpunkte tragen vor allem eine verbesserte Geschäftsentwicklung sowie ein kräftig anziehender Auftragseingang aus dem Inland bei. Insgesamt beurteilen zwei Drittel aller Befragten Logistikdienstleister ihre Auftragslage als gut. Auch der zum Jahresauftakt deutliche Einbruch der Einschätzungen zur Kapazitätsauslastung wurde etwa zur Hälfte wieder aufgeholt. Die leicht optimistischeren Erwartungen, die um 3,8 auf 159,6 Zähler zulegen, rühren maßgeblich von angehobenen Beschäftigungsabsichten her, während die übrigen Komponenten nahezu unverändert sind.

Anders als bei den Logistikdienstleistern ist auf der Anwenderseite die Lageeinschätzung seit einem Jahr durchgängig etwas günstiger als die Erwartungskomponente. Im laufenden Quartal erreicht die Lagebeurteilung mit 161,5 Zählern (Zuwachs um 13,8 Punkte) den höchsten bislang gemessenen Wert. Dieser könnte indes dadurch überzeichnet sein, dass die relative Preissteigerung für Logistikdienstleistungen auch vom zuletzt kräftigen Energiepreisauftrieb beeinflusst wird und daher nicht nur kapazitätsbedingte Knappheitserscheinungen widerspiegelt. Allerdings weisen auch die übrigen Teilkomponenten auf eine deutliche verbesserte Lageeinschätzung hin. Mit Ausnahme der für die nächsten zwölf Monate nunmehr etwas weniger expansiv erwarteten grenzüberschreitenden Logistikbedarfe haben sich alle übrigen Erwartungskomponenten verbessert, wobei die anziehenden Investitions- und Beschäftigungsabsichten am stärksten zu Buche schlagen.

Die Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan beeinflusst teilweise auch das Krisenmanagement in der Logistikwirtschaft. Etwa dreißig Prozent der Befragten nahmen die Ereignisse in Japan zum Anlass, ihre Notfallpläne zu erweitern – knapp zwei Drittel der Logistikdienstleister und -anwender halten an ihren bisherigen Maßnahmen für Krisenfälle fest. (sb) 

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