Karlsruhe/Stuttgart. Nur knapp 38 Prozent der Nutzfahrzeuge erhielten im Jahr 2008 nach der Prüfung durch die GTÜ die Plakette ohne Beanstandung. Dies berichtet die Prüforganisation in ihrer aktuellen Mängelstatistik. 62 Prozent der Fahrzeuge wiesen demnach Mängel auf, 20,5 Prozent waren sogar mit erheblichen Mängeln unterwegs. Mit dem Alter steigt der Anteil der erheblichen Mängel vor allem bei Transportern bis 3,5 Tonnen und leichten NFZ bis 7,5 Tonnen steil an. Insbesondere gewerblich genutzte KFZ fallen wegen ihrer hohen Beanstandungsquote schon in den ersten Jahren auf. Bei den Nutzfahrzeugen bis 7,5 Tonnen ermittelten die GTÜ-Prüfingenieure mit zunehmendem Alter überdurchschnittlich viele geringe Mängel, vor allem an Bremsanlagen, Elektrik und Beleuchtung. Erkennbar besser hingegen schneiden in allen Mängelklassen die mittlere Gewichtsklasse über 7,5 Tonnen und die schwere Gewichtsklasse über zwölf Tonnen ab. „Jährliche Hauptuntersuchungen und dazwischen liegende Sicherheitsprüfungen gewährleisten, dass die Fahrzeuge wesentlich intensiver gewartet werden als die beiden leichteren Gewichtsklassen“, erläutert GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi das Ergebnis. Spitzenreiter der Mängel bei allen Nutzfahrzeugklassen ist die Elektrik mit 27,6 Prozent, gefolgt von der Bremsanlage mit 16,1 Prozent. Die Plätze drei und vier belegen sonstige Mängel und Fahrgestell, Rahmen, Aufbau mit 15,4 bzw. 14,3 Prozent. Auf Platz fünf kommen mit 14,3 Prozent Mängel Achsen, Räder und Reifen. Schlusslicht bei den Nutzfahrzeugmängeln ist die Umweltbelastung mit 13 Prozent. Im direkten Vergleich wird die Diskrepanz zwischen alten und neuen Fahrzeugen besonders deutlich. Während die Prüfer bei KFZ mit einem Alter bis drei Jahre an 100 Nutzfahrzeugen 65 Mängel fanden, spürten sie in der Altersgruppe über neun Jahre 303 Mängel pro 100 NFZ auf. (gh)
Leichte Laster zeigen mehr Mängel
Die Prüforganisation GTÜ stellt bei älteren Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen überdurchschnittlich viele Mängel fest