Weinsberg. Die Polizei hat am Freitag das neue Projekt zur Hubschrauber-Überwachung der unfallträchtigen Autobahn 6 am Weinsberger Kreuz vorgestellt. Damit reagiert die Polizei auf eine Serie von 25 zum Teil schweren Unfällen. Nach Erkenntnissen der Beamten waren hauptsächlich Lastwagen an diesen Unfällen beteiligt. Täglich rollen 100.000 Fahrzeuge, darunter 29.000 Laster, über das Weinsberger Kreuz. „Sämtliche Register, die uns zur Verfügung stehen, werden bei diesem Konzept gezogen“, sagte der Leiter des Autobahnpolizeireviers Weinsbergs, Jens Brockstedt. Sowohl vorbeugende Schritte als auch Strafen gehören dazu. Handzettel werden am Trucker-Treff in verschiedenen Sprachen verteilt, Standkontrollen vorgenommen und Wohnmobile mit Videokameras über die Autobahn geschickt. Die Polizeihubschrauber melden Verkehrssünder an Einsatzfahrzeuge, die auf den Zugriff warten. Von diesen Maßnahmen verspricht sich die Polizei langfristig ein geändertes Abstandsverhalten der Lastwagenfahrer. Bei der Unfallserie der vergangenen Wochen waren zwei Tote, elf Verletzte und mehr als eine Million Euro Sachschaden die traurige Bilanz. Die Situation sei so nicht mehr tragbar gewesen, sagte Brockstedt. Die Stau-Statistik für diesen Bereich listet für die erste Hälfte dieses Jahres 175 Staus mit 1000 Kilometer Länge auf. Im gesamten Vorjahr waren es noch 442 gewesen. „Die Statistik hat sich verbessert, aber die aktuelle Situation ist etwas anderes“, erläuterte er. Durch Bauarbeiten an der Neckartalbrücke werde die Staugefahr eher noch zunehmen. Die Arbeiten dort würden noch mindestens ein Jahr andauern. Auch die Gefahr schwerer Auffahrunfälle durch Lastwagen werde deshalb nicht geringer. Beim ersten Einsatz der kombinierten Luft- und Bodenkontrolle waren 16 Laster aus dem Verkehr gezogen worden. Elf Brummifahrer mussten eine Kaution bezahlen. Abstandsverstöße kosten in der Regel 65 Euro. Bei den Kontrollen werden Fahrzeugpapiere, Ladung, Fahrtenschreiber und das Fahrzeug kontrolliert. (vr/dpa)
Lastwagen-Fahrer sollen riskantes Abstandsverhalten ändern
Umfangreiche Kontrollen auch mit Polizeihubschraubern sollen Unfallhäufigkeit auf der A6 senken