Landkreis Harburg will in Logistik-Streit vermitteln

04.09.2008 16:20 Uhr

Harburgs Landrat Joachim Bordt sucht Konsens im Streit um Logistik-Großprojekte/Gespräche mit Bürgerinitiativen und Gemeinden

Winsen. Im Streit um logistische Großprojekte im Süderelbe-Raum will der Kreis Harburg zwischen Bürgerinitiativen und Gemeinden vermitteln. „Mir ist bekannt, dass die Verfahren schon sehr weit fortgeschritten sind“, sagte Harburgs Landrat Joachim Bordt am Donnerstag. Möglicherweise gebe es aber in Fragen von Abständen zur Wohnbesiedlung, Lärmschutz und Verkehrsanbindung noch Spielräume. Zuerst will Bordt mit Bürgerinitiativen und Gemeindevertretern von Thieshope und Rade-Mienenbüttel sprechen. In Thieshope soll auf 45 Hektar Fläche ein Logistikzentrum am Maschener Kreuz (A 7) entstehen, in Rade auf 80 Hektar der sogenannte LogPark Hamburg an der A 1. „Nicht zum ‚Gewerbeklo’ der Stadt Hamburg werden“ Der Landrat kündigte auch an, für das neue regionale Raumordnungsprogramm 2010 im Kreistag neue Beschränkungen in der Ansiedlung von Gewerbe diskutieren zu wollen. „Wie in der Vergangenheit müssen wir auch in der Zukunft vermeiden, dass wir zum ‚Gewerbeklo’ der Stadt Hamburg werden, zum Containerabstellplatz der Nation“, mahnte Bordt. Im aktuellen regionalen Raumordnungsprogramm sei die Ansiedlung von Gewerbe schwerpunktmäßig an den Autobahnauffahrten vorgesehen. "Wir wollen schauen, ob wir die Aussagen zu gewerblicher Entwicklung noch weiter konkretisieren können." Das könne so weit gehen, bestimmte Auffahrten - beispielsweise in der Heide - von der Gewerbeansiedlung auszunehmen. Dennoch sei der Landkreis ein Logistikstandort, stellte Bordt klar. Von allen aktuellen Logistikprojekten verspreche er sich rund 2000 neue Arbeitsplätze. Die Bürgerinitiativen werfen dem Landkreis vor, die übergreifende Gewerbeplanung über viele Jahre hinweg vernachlässigt zu haben. Sie haben sich zu einem Dachverband zusammengeschlossen und angekündigt, ein Positionspapier zur wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis vorlegen zu wollen. Grundsätzlich fürchten sie unter anderem Verkehr, Lärm und versiegelte Flächen in der Nordheide. Außerdem fordern sie mehr konventionelle Gewerbestandorte, denen sie eine höhere Arbeitsplatzdichte pro Hektar Fläche als Logistikstandorten zuschreiben. Neben den Projekten in Thieshope und Rade kämpfen Initiativen unter anderem auch gegen einen zehn Hektar großen Autohof mit 300 Lastwagen-Stellplätzen an der A 7 in Egestorf. (dpa/pi)

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