Der internationale Logistik- und Speditionskonzern Kühne & Nagel (KN) will seine Marktposition im Luftfrachtgeschäft verstärkt ausbauen. Derzeit belegt das Unternehmen nach eigener Darstellung in der Iata-Skala weltweit den 5.Rang. "Wir streben Platz drei an", sagte Christian Berner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der KN Deutschlandorganisation, am Donnerstag in Hamburg vor Journalisten anlässlich der Vorlage des Jahresergebnisses.
Ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Ausbau des "Selbsteintritts"
in der Luftfracht, das heißt der Einkauf und die alleinige Vermarktung von größeren Frachtkapazitäten. Als Partner, was die Bereitstellung des Frachttraums angeht, tritt dabei Lufthansa Cargo auf. Bei der Vermarktung kooperiert KN wiederum mit der Schenker-Organisation. Bislang arbeitet das Unternehmen nach diesem Prinzip auf zwei Nur-Frachter-Verbindungen von Europa in die USA. Noch im Herbst ist eine dritte Verbindung ex Europa nach Fernost geplant, so Berner. KN forciert den Selbsteintritt, bei dem das Unternehmen das volle Risiko für seine Kapazitäten trägt, deshalb, "weil wir einen festen Fahrplan für die Fracht benötigen". Man habe durch dieses Vorgehen bereits interessante Neukunden gewinnen können, da die gebuchte Fracht in jedem Fall befördert werde.
Für KN geht 2000 als erfolgreichstes Jahr in die Geschichte ein. Der Umsatz lag mit 8,3 Milliarden CHF um 24,3 Prozent über dem Vorjahr (6,6 Milliarden CHF). Der Rohertrag erreichte 1,5 Milliarden CHF (plus 17,4 Prozent). Der Reingewinn legte um 32,2 Prozent auf 125,9 Millionen CHF zu. Auch für 2001 stehen die Zeichen auf weiteres Wachstum. Berner kündigte den Kauf eines Logistik-Providers, der vor allem über entsprechende Warehouse-Kapazitäten verfügt, in den USA an. Mit verschiedenen Kandidaten sei man bereits im Gespräch. (vr/eha)