Frankfurt/Main. Als Folge der Wirtschaftskrise ersucht die Kombiverkehr die Bundesregierung um finanzielle Unterstützung. Der größte europäische Operateur hat dazu bereits Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium geführt. „Wir wollen das Geld nutzen, damit wichtige Verbindungen nicht aufgrund kurzfristiger Einbrüche für immer verloren gehen und somit die Verlagerungspolitik der Bundesregierung zuwiderläuft“, sagte Armin Riedl, Geschäftsführer der Kombiverkehr, anlässlich der heutigen Gesellschafterversammlung seines Unternehmens. Riedl sagte, dass zur Aufrechterhaltung dieser Transporte im Kombinierter Verkehr (KV) 30 Millionen Euro notwendig verteilt auf zwei Jahre notwendig sind. Dieser Betrag sollte für alle in Deutschland tätigen Operateure zur Verfügung stehen. Kombiverkehr erhofft sich eine Unterstützung in Höhe des derzeitigen Marktanteils im nationalen KV, den Riedl auf 30 Prozent bezifferte. „Es soll sich um eine Übergangshilfe handeln für Züge, die zur Zeit zwischen 50 und 70 Prozent ausgelastet sind. Die damit verbundenen Verluste können wir derzeit nicht schultern“, sagte Riedl. Der Geschäftsführer mahnte eine schnelle Hilfe an. Die Notifizierung dieser Beihilfe durch die EU müsse in den nächsten sechs Monaten über die Bühne gehen. Über die Realisierungschancen wollte sich Riedl nicht äußern. „Aber bislang ist unser Anliegen auch noch nicht abgelehnt worden“, zeigte er sich zuversichtlich. Geschäftsführer Robert Breuhahn hatte zuvor den Gesellschaftern den Geschäftsverlauf zwischen Januar und Mai 2009 geschildert. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen ein Minus bei den Sendungen in Höhe von 19,4 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der nationale Verkehr hatte dabei mit 20,4 Prozent höhere Einbußen zu verzeichnen als der internationale Verkehr (- 19,0 Prozent). „Damit hatten wir es mit einen bis dahin noch nie dagewesenen flächendeckenden Rückgang zu tun“, sagte Breuhahn. Für das Gesamtjahr rechnet er damit, dass sich das Minus auf 20 Prozent einpendeln wird. (cd)
Kombiverkehr hofft auf Hilfe durch den Staat
Zur Stützung der Netzwerke soll die Bundesregierung 30 Millionen Euro bereit stellen