Turin. Seit 2010 wurde ein digitales System in Norditalien entwickelt, das den Transport gefährlicher Güter überwacht. Auf einer Pressekonferenz wurde nach einer dreijährigen Experimentier-Phase Bilanz gezogen. Grundlage für „Destination“ war die Zusammenarbeit der Regionen Piemont, Lombardei und Valle D’Aosta, dazu kamen der schweizer Kanton Tessin und die autonome Provinz Südtirol. Mit ins Boot geholt wurden die Federchimica (Föderation der Chemie-Unternehmen). Im Rahmen des Projekts wurden LKW mit Empfangsgeräten ausgerüstet und an neuralgischen Punkten der Regionen insgesamt 28 Receiver und Videokameras aufgestellt.
So konnten wöchentlich bis zu 15.000 Kontakte registriert werden. Nicht nur der aktuelle Transport konnte überwacht werden. Es wurde auch festgestellt, welche Routen und Straßen der Transport gefährlicher Güter bevorzugt. Das Überwachungssystem, so stellte Roberto Ravello, Umwelt-Assessor der Region Piemont, fest, kann im Unglücksfall schnell reagieren und so größeren Schaden verhindern. Die Fahrer der LKW können mithilfe des Systems aktuelle Informationen über die Verkehrs- und Wetterlage erhalten. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 2,5 Millionen Euro, teilfinanziert vom europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die beteiligten Regionen sind übereingekommen, das System zunächst bis 2018 weiterzuführen und dabei das Netz der Receiver-Punkte auch in andere schweizer Kanton und italienische Regionen auszudehnen. (rp)