Seit einiger Zeit sind italienische Fuhrunternehmer in unangenehme Nachbarschaft mit dem organisierten Verbrechen geraten: der internationale Menschenschmuggel löst immer stärkere Polizeikontrollen aus, die auch viele Fahrzeuge integerer Unternehmen erfassen. Vor Jahren noch kamen die illegalen Einwanderer vor allem mit Fähren und Handelsschiffen in den Westen. Jetzt versucht ein großer Teil von ihnen, ihr Ziel heimlich in Lkw zu erreichen. Die Polizei spricht offen von Organisationen der russisch-sizilianischen Mafia, die Menschenhandel als Warentransport tarnt und Einwanderer hinter doppelten Wänden in geheimen Kammern von Spezialfahrzeugen versteckt. Die meist jungen Männer kommen vor allem über die Adria-Häfen Bari und Ancona ins Land und reisen weiter nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Gelegentlich aber nehmen auch normale Firmen Einwanderer gegen Bezahlung mit ihren Fahrzeugen mit. Wer sich darauf einlässt, muss mit hohen Geldstrafen und Entzug von Führerschein und Konzession rechnen. Viel häufiger aber schmuggeln sich einreisende Kurden, Araber und Osteuropäer unbemerkt in westwärts fahrende Lastzüge und versuchen auf eigene Faust ans Ziel zu gelangen. Fachzeitschriften unterweisen deshalb Fernfahrer und ihre Unternehmer, wo sie vor allem das Eindringen blinder Passagiere befürchten müssen und was sie dagegen tun können.
Italien: Illegale bringen Fuhrgewerbe in Not
Russisch-sizilianische Mafia tarnt Menschenschmuggel als regulären Warentransport