Italien will in den nächsten zehn Jahren 43,2 Milliarden Euro in die Entwicklung des Bahnnetzes investieren. Rund 2,9 Milliarden Euro sollen dafür bereits im kommenden Jahr ausgegeben werden. Mit dieser Offensive will die italienische Regierung zur Verlegung des Lkw-Transports auf die Schiene beitragen, sagte Verkehrsminister Pietro Lunardi auf einer Pressekonferenz in Pisa. Der Verkehrsminister gab zu, dass Italien bisher zuwenig in den Gütertransport via Schiene gesetzt habe und daher im europäischen Vergleich "erschreckend" nachhinke. Nur elf Prozent der Warengüter würden per Bahn befördert, während dieser Prozentsatz sich in anderen EU-Ländern bereits auf 35 Prozent belaufe. Mindestens 20 Prozent der Transportwaren sollen in Zukunft auf die Schiene verlegt werden, so Lunardi. "Um dieses Resultat zu erreichen, ist allerdings mit einem Zeitraum von mindestens 15 Jahren zu rechnen", schränkte Lunardi ein. In manchen Fällen, wie beispielsweise am Brenner, wo heute 170 Züge täglich verkehren und ein Ausbau auf 250 Züge pro Tag möglich sei, könnte mit wenigen Mitteln eine Produktivitätssteigerung erzielt werden. (vr/im)
Italien baut Eisenbahnnetz aus
Güter sollen verstärkt auf der Schiene transportiert werden