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Ingenieure beraten über europäische Verkehrswege

Neue Techniken wie der Cargobeamer sollen den Transport auf der Schiene erleichtern
© Foto: VR/Michael Cordes

Der Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure setzt sich für den kombinierten Verkehr ein und fordert eine sinnvolle Verknüpfung der Verkehrsträger


Datum:
22.10.2010
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Rostock. Mehr als 150 Eisenbahningenieure wollen an diesem Freitag in Rostock über eine bessere Verknüpfung des Verkehrs auf Schienen, Straßen und Wasserwegen beraten. Dabei werde es vor allem um die Transeuropäischen Netze gehen, mit denen die EU den Güterverkehr innerhalb der Union auf bestimmten Korridoren bündeln will, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Eisenbahn-Ingenieure (VDEI), Hartmut Jeschke. Für Mecklenburg-Vorpommern ist der Ostsee-Adria-Korridor wichtig, über den Güter von Italien nach Nord- und Osteuropa über die Ostseehäfen transportiert werden sollen.

Beim Aufbau der Korridore könne moderne Technik helfen, so Jeschke. Als Beispiel nannte er elektronische Stellwerke. Während Züge früher von Signal zu Signal auf Sicht fahren mussten, könne heute ein einziges Stellwerk die Strecke Berlin-Rostock regeln und die Züge per Funk überwachen. Die Züge könnten deshalb schneller und in dichteren Abständen fahren. Die Kombination von LKW- und Schienenverkehr könne ein neues Verladesystem erleichtern, das derzeit in Leipzig erprobt werde. Der sogenannte Cargobeamer ziehe Sattelauflieger seitlich auf Eisenbahnwaggons. Bislang werden in der Regel nur Container von Lastwagen auf Waggons umgeladen.

Jeschke ließ keinen Zweifel daran, dass die Transportaufgaben nur gemeinsam durch Bahn, Lastwagen und Schiffe zu bewältigen sind. "Es ist nicht 'Straße oder Schiene', es geht um eine sinnvolle Verknüpfung." So habe beispielsweise der Hamburger Hafen längst gute Gleisanschlüsse, doch deren Kapazität reiche nicht aus. Für die Mecklenburger Ostseehäfen sei der Bau der A14 zwischen Magdeburg und Schwerin sehr wichtig.

Um die Transeuropäischen Netze zu verwirklichen, brauche es jedoch nicht nur neue Technik, sondern Geld und viele Absprachen. So habe es Jahre gedauert, bis der deutsche ICE von Frankfurt nach Paris und umgekehrt der französische TGV nach Frankfurt fahren konnte, sagte Jeschke. Die Gleise seien im Prinzip alle da, wenn auch mit unterschiedlichen Beschränkungen bei Geschwindigkeit und Brückenlasten. Die EU-Länder müssten den Bau der europäischen Verkehrswege jeweils selbst bezahlen und die gemeinsamen Festlegungen umsetzen. "Der eine macht es langsamer, der andere schneller."

Auf dem Kongress in Rostock sollen Vertreter der Bahn sowie Experten aus den Verkehrsministerien in Berlin, Schwerin und Dresden über die Verkehrsnetze referieren. In der Diskussion werde auch der Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 eine Rolle spielen, sagte der Verbandsgeschäftsführer. Ob sich die Eisenbahn-Ingenieure in dieser Frage zu einer gemeinsamen Position durchringen werden, ließ er offen. (dpa)

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