Die Entwicklung am Kraftstoffmarkt setzt die deutschen Güterkraftverkehrsunternehmen wirtschaftlich erneut stark unter Druck. Durch den Anstieg der Dieselpreise müssten die Betriebe Kostensteigerungen von 1,5 bis 2,0 Prozent verkraften, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Karlheinz Schmidt, gegenüber der Verkehrs-Rundschau. Dabei sei das "Allzeithoch" vom September 2000 noch nicht erreicht. Die Möglichkeit, den Kostenanstieg durch Preiserhöhungen auszugleichen, schätzt Schmidt angesichts "konjunktureller Gewitterwolken" eher gering ein. Wirtschaftlich überlebensfähig seien nur die Unternehmen, die kostendeckend arbeiten können. Selbstfahrende Unternehmer, die zu nicht kostendeckenden Preisen für eine Spedition fahren, "sollten mit aller Rigorosität einen Strich unter ihre Karriere als Unternehmer ziehen und sich lieber in den Ballungsgebieten wieder als Fahrer bewerben". Für sie gebe es "außer der Pleite keine Perspektive", sagte Schmidt. In diesem Zusammenhang kritisierte er Großspeditionen, die während des Dieselpreisrückgangs in den letzten Monaten niedrigere Preise bei ihren Subunternehmern durchgedrückt hatten. Heiner Rogge, Hauptgeschäfstführer des Bundesverbandes Spedition und Logistik (BSL), ist "optimistisch, dass wir Preiserhöhungen am Markt durchsetzen werden". Er verwies auf die Empfehlung einer Preiserhöhung der Sammelgutspediteure von 5 Prozent zum 1. Mai. Dabei seien aber die aktuellen Kostenentwicklungen nicht berücksichtigt. Das heißt, wenn die Preise auf diesem hohen Niveau bleiben, "wäre eine Erlössteigerung von zehn Prozent im Stückgutverkehr notwendig". (vr/jk)
Hohe Dieselpreise setzen Transporteure unter Druck
BGL kritisiert Preisdrückerei von Großspeditionen gegenüber Subunternehmern