Hilfe für Wadan-Transfergesellschaften

26.02.2010 17:28 Uhr
Wadan Yards
Die ehemaligen Wadan-Werften sollen Hilfe von Bund und Ländern bekommen
© Foto: Wadan Yards

Ehemalige Wadan-Werften sollen Unterstützung von Bund und Ländern bekommen / Falls keine Einigung zustande kommt, laufen die Transfergesellschaften im März aus

Wismar/Rostock. Im Zuge des Insolvenzverfahrens bei den früheren Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde erklärten sich der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern zur Finanzierung zweier Auffanggesellschaften für die einst 2500 Schiffbauer bereit. Seit August vergangenen Jahres erhalten die Beschäftigten der ehemals drittgrößten deutschen Werften durchschnittlich noch drei Viertel ihres letzten Lohnes. Falls sich die Politik nicht auf eine von Ex-Betriebsräten und IG Metall geforderte Anschlussfinanzierung einigen kann, laufen die beiden Wadan-Transfergesellschaften Ende März aus. Für den Großteil der Löhne sowie zusätzliche Leistungen wie Umschulungs- und Bewerbungskosten kam bislang die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf. Sie stellte zwischen Anfang August 2009 und Ende Januar 2010 rund 5,8 Millionen Euro an Transfer-Kurzarbeitergeld für die Belegschaft am Standort Wismar zur Verfügung. Für die Kollegen in Warnemünde wurden nach Angaben der Rostocker BA-Niederlassung Bundesmittel "in einer ähnlichen Größenordnung" bereitgestellt. Darüber hinaus beteiligt sich das Land an den Kosten. Seit der ersten Verlängerung beider Transfergesellschaften im Dezember flossen laut Schweriner Wirtschaftsministerium bis Ende Februar etwa 1,1 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt nach Warnemünde. Hinzu kamen knapp 4,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Genauere Zahlen für die Herbstmonate 2009 sowie die Wismarer Werft lagen zunächst nicht vor. Das Gesamtvolumen aus der Landeskasse und dem ESF für beide Standorte beträgt derzeit rund 15 Millionen Euro. Nach Angaben von Wadan-Transferchef Oliver Fieber könnten beide Gesellschaften nur bis zu der nach deutschem Insolvenzrecht zulässigen Maximalfrist Ende Juli fortgeführt werden, wenn ihre staatliche Finanzierung weiter gesichert ist. In Wismar waren Ende Februar noch 824 der ursprünglich 1291 Mitarbeiter beschäftigt, davon ließen rund 300 ihren Vertrag mit der Transfergesellschaft wegen eines parallelen Arbeitsverhältnisses oder eines Praktikums ruhen. In Warnemünde hatten noch 986 der einst 1001 übernommenen Kollegen einen laufenden Vertrag mit Fieber, 114 von ihnen arbeiteten auch anderswo. (dpa)

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