Hapag Lloyd: Kühne bittet Bundeskanzlerin um Unterstützung

22.09.2008 10:44 Uhr
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Der Bieterwettstreit um Hapag-Lloyd setzt sich fort (Bild: ddp)

Bundesregierung soll sich für deutsche Schifffahrt einsetzen: Konsortium um Klaus-Michael Kühne will in den nächsten Tagen ein endgültiges Gebot für TUI-Tochter abgeben

Frankfurt/Hannover. Kurz vor dem Ende der Bieterfrist für die Reederei Hapag-Lloyd hat die Investorengruppe um den Hamburger Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte klar Stellung beziehen, forderte Kühne in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Deutschland brauche als führende Handelsnation eine starke Schifffahrt. Sollten die Asiaten zum Zuge kommen, „wäre das eine Katastrophe“. Kühne ist Teil eines Hamburger Konsortiums, das die Reederei von der TUI kaufen will. Einziger Konkurrent ist nach bisherigen Informationen die Neptun Orient Lines (NOL) aus Singapur, die dem Staatsfonds Temasek gehört. NOL will trotz der Vorbehalte in Hamburg, bei den Gewerkschaften und in der Politik für Hapag Lloyd bieten. Die Bieterfrist läuft Ende der kommenden Woche aus. NOL-Chef Ronald Widdows trat in der „Welt am Sonntag“ Besorgnissen entgegen, das Hamburger Traditionsunternehmen könnte vom Markt verschwinden und Arbeitsplätze gestrichen oder verlagert werden. „Wenn einer behauptet, wir würden über Nacht aus Hamburg verschwinden, ist das doch Unsinn. Ein Fünftel der Transportmengen von NOL für Europa gehen nach Deutschland.“ Dies sei der wichtigste europäische Markt für den Konzern. Das NOL-Geschäft in Hamburg werde wachsen, ob allein oder zusammen mit Hapag-Lloyd. Jobgarantien könne er aber zu diesem Zeitpunkt nicht geben, sagte Widdows weiter. Denn die Prüfung der Bücher sei noch nicht abgeschlossen. Der Markenname solle jedenfalls erhalten bleiben. „Eine exzellente Marke ist nicht mit Gold aufzuwiegen.“ Zu den Aussichten der Containerschifffahrt äußerte sich Widdows pessimistisch. „Ich habe noch nie einen solchen Rückschlag in unserer Branche erlebt wie in den vergangenen sechs Monaten“, sagte der Manager. Und das dürfte auch Einfluss auf den Preis für Hapag- Lloyd haben, fügte er hinzu. Kühne kündigte an, in den nächsten Tagen ein endgültiges Gebot abzugeben. Er rechne innerhalb von zwei Wochen mit einer Entscheidung über den Verkauf. „Hapag-Lloyd muss ein eigenständiges Unternehmen in deutschem Besitz bleiben“, fordert er. Die Finanzierung der Hamburger Investoren sei ungeachtet der Finanzkrise gesichert. „Der Deal ist zu stemmen. Wir können auch einen relativ hohen, strategischen Preis bezahlen.“ (dpa)

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