Die baden-württembergischen Handelskammern verlangen, dass die Schweiz die begrenzte Lastwagen-Passage durch den Gotthard- und den San Bernadino-Tunnel wieder abschafft. Die nach dem Unglück im Gotthard-Tunnel im vergangenen Herbst eingeführten Einschränkungen des Schwerlastverkehrs mit langen Wartezeiten sind "für die Transportunternehmen und die Fahrer eine Zumutung", hieß es in einer Mitteilung der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben vom Donnerstag in Weingarten (Kreis Ravensburg). Darin stimme die Kammer mit dem Industrie- und Handelskammertag Baden-Württemberg überein, der die Bundesregierung und die EU-Kommission zu Gesprächen mit Bern aufgefordert habe. Die Schweiz habe das so genannte Lkw-Dosierungssystem ohne Absprache mit den Nachbarländern und der EU eingeführt und mit Sicherheitsaspekten begründet. Seit der Kollision von zwei Lastwagen im Gotthard-Tunnel dürfen Schwerlaster nur im Dreistundentakt im Einbahnverkehr die Tunnel durchqueren. In den Stauräumen gebe es Wartezeiten bis zu 24 Stunden, kritisiert die Kammer. Bei Überfüllung der Stauräume verhänge der Schweizer Zoll ohne Vorankündigung ein Transitverbot auf den Zufahrtsstrecken. Die Lkw müssten dann über weniger geeignete Routen oder die Nachbarländer Österreich und Frankreich ausweichen. (vr/dpa)
Handelskammern gegen begrenzte Lkw-Passage durch Schweizer Tunnel
Einbahnverkehr und Wartezeiten bis zu 24 Stunden durch Lkw-Dosierungssystem