Hamburg. Der Hamburger Hafen setzt sein Wachstum in diesem Jahr ungebremst fort und strebt im Containerumschlag die europäische Spitzenposition an. "Hamburg wird seine Marktanteile weiter steigern und stellt im Containerverkehr sogar die führende Rolle Rotterdams zunehmend in Frage", sagte Heinz Papenhagen, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, am Mittwoch in der Hansestadt. Das Wachstum des Hafens übertreffe alle Erwartungen. Die Mengenentwicklung erfordere nun eine schnellere Anpassung der Infrastruktur. In diesem Jahr werde der größte deutsche Seehafen erstmals mehr als 100 Millionen Tonnen Güter und sechs Millionen Standardcontainer (TEU) umschlagen. Der Abstand zum größten europäischen Hafen Rotterdam, der im vergangenen Jahr noch 1,14 Millionen TEU betrug, wird sich dann vermutlich weiter verringern, weil Rotterdam langsamer wächst als Hamburg. Noch im Jahr 2000 lag der Rotterdamer Hafen um mehr als zwei Millionen TEU vorn. Seit Dezember betrug das durchschnittliche Wachstum des Hamburger Hafens fast 13 Prozent, im laufenden Jahr sind es bislang mehr als 15 Prozent. Selbst wenn das Wachstum in den kommenden Jahren auf sechs bis sieben Prozent abnehmen würde, läge der Umschlag 2010 bei rund zehn Millionen TEU. Papenhagen forderte eine Reihe von öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens auch in Zukunft zu sichern. Dazu zählten eine weitere Anpassung der Fahrrinne in der Unterelbe, die so genannte Hafenquerspange zwischen den Autobahnen A1 und A7 und der Ausbau der Schienenkapazitäten. "Die Verkehrssituation im Hafen hat bereits heute katastrophale Züge angenommen", sagte Papenhagen. (vr/dpa)
Hamburger Hafen will im Containerverkehr an die europäische Spitze
Investitionen in Infrastruktur dringend notwendig