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Hamburger Hafen: Osteuropa-Handel legt wieder kräftig zu

Im Hamburger Hafen zieht der Osteuropa-Handel wieder deutlich an
© Foto: ddp/Roland Magunia

Geschäfte mit Osteuropa und Russland sind nach dramatischem Einbruch in der Wirtschaftskrise wieder Wachstumstreiber für die HHLA


Datum:
07.10.2010
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Hamburg. Der Handel mit dem Osten - nach einem dramatischen Einbruch in der Wirtschaftskrise wird er für den Hamburger Hafenbetreiber HHLA jetzt wieder zum Wachstumstreiber. "Wir sehen ein starkes Anziehen des Geschäfts mit Osteuropa und Russland", betont der Konzern. Viele Jahre lang war der Osthandel für die Hamburger eine einzige Erfolgsgeschichte, neben dem starken Seegeschäft mit Asien war er das zweite Standbein der HHLA. Dann kam die Lehman-Pleite, und das Osteuropa-Geschäft kam beinahe zum Erliegen.

Die HHLA bekam den Abschwung besonders stark zu spüren. Der goldene Satz: "Der Handel wächst zweieinhalb Mal so schnell wie die Weltwirtschaft" galt auch in die andere Richtung. Als sich der Handel dann überraschend zügig erholte, hinkte Osteuropa hinterher, was bei der HHLA deutlich zu Buche schlug.

Beim gesamten Containerumschlag in Hamburg machen Osteuropa und Russland etwa ein Drittel aus. In Odessa am Schwarzen Meer unterhält die HHLA ein Container-Terminal. Zudem gehen vom Hamburger Hafen aus eine Menge Container in Zubringerschiffen an Ostseehäfen. Osteuropa und Russland machen zudem rund ein Drittel des HHLA-Bahngeschäfts aus.

Seit Anfang 2010 gibt es Anzeichen einer Erholung in Osteuropa. Der Containerumschlag an der Kaikante stieg im zweiten Quartal um 18 Prozent, das Geschäft über Straßen-, Bahn und Wasserverbindungen im Binnenland um 20 Prozent. Und daran dürfte sich Experten zufolge so schnell nichts ändern. So erwarten Analysten der Commerzbank für das zweite Halbjahr einen Schub durch den Osteuropa-Handel.

Viele Händler müssen ihre Lager, die sich in der Krise langsam leerten, wieder auffüllen. Zudem ist das dritte Quartal saisonal bedingt ohnehin etwas stärker, da die Ware für das Weihnachtsgeschäft bereits zwischen Juli und Ende September durch den Hamburger Hafen nach Europa kommt.

Insbesondere der Export nach Russland nahm nach langer Durststrecke zuletzt sprunghaft zu. Allein im Juni stiegen hier die deutschen Ausfuhren um 41 Prozent. "Russland entwickelt sich wieder zum wichtigen Impulsgeber für die gesamte Region", sagte jüngst der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold.

Zwar war das Frühjahr noch eher verhalten; für das Gesamtjahr 2010 zeichnen sich aber Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent für den Handel mit fast allen Ländern Mittel- und Osteuropas ab. Diese Länder erreichten im ersten Halbjahr 2010 zusammen einen Anteil von 12,6 Prozent am gesamten deutschen Handel, Waren im Wert von 102 Milliarden Euro wurden mit dieser Region ausgetauscht. Zum Vergleich: Der Anteil Chinas am gesamten deutschen Handel lag bei sieben Prozent, der Anteil der USA bei sechs Prozent.

Den Aufwind im Osthandel spürt die HHLA an allen Enden: Am Terminal in Odessa nimmt der Umschlag wieder deutlich zu, wie der Konzern berichtet. Zubringerschiffe steuern zunehmend den Hamburger Hafen an, da sie von hier aus ein bis zwei Tage schneller in Osteuropa sind, als wenn sie in Rotterdam, Antwerpen oder Zeebrügge starten.

Mit ihrer Bahntochter Metrans deckt die HHLA Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien ab. Polzug bringt Container über Polen und die Ukraine bis in den Kaukasus. Zwischen Hamburg und dem Drehkreuz Prag unterhält die HHLA einen Pendeldienst. Wöchentlich starten 60 Züge, jeder Zug führt etwa 90 Container mit. Diese gehen von Prag aus unter anderem weiter nach Ungarn und in die Slowakei.

Und die HHLA traut dem Osteuropa-Handel weiterhin viel zu: In der polnischen Stahlstadt Kattowitz errichtet die HHLA ein Hinterlandterminal. HHLA-Vorstand Sebastian Jürgens sieht damit den Ausbau des Bahnnetzes in Polen noch nicht am Ende: Bald werde man in Posen ein Drehkreuz entwickeln. Bisher rollen Züge von den nordeuropäischen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam zum Terminal in Posen. Wird das Drehkreuz gebaut, soll ein täglicher Pendelverkehr auf der Schiene folgen. 

Vor wenigen Tagen hatte die HHLA bekannt gegeben, die am 1. Juli 2009 eingeführte Kurzarbeit zum 1. November 2010 zu beenden. Grund sei die anhaltend positive Entwicklung der Umschlag- und Transportmengen. (dpa/sno)

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