São Paulo. Die deutsche Reederei Hamburg Süd baut ihre Südamerika-Flotte aus. Das zur Oetker-Gruppe gehörende Unternehmen verstärkt seine Flotte an Südamerikas Ostküste von jetzt 54 Containerschiffen mit zehn neuen, jeweils 7000 Standardcontainer (TEU) fassenden Schiffen, die von 2010 bis 2011 in Dienst gehen sollen, wie der Regionaldirektor des Südamerika-Ostküsten-Geschäftes, Julian Thomas, der „Deutschen Presseagentur“ in São Paulo sagte. „Mit einem Umschlag von 1,4 Millionen Containern waren wir 2008 Marktführer an der Ostküste. Keiner weiß derzeit, was 2009 bringt. Wir rechnen aber mit einem Rückgang von bis zu zehn Prozent.“ Das Umschlagsvolumen stieg aber 2008 trotz negativer Tendenz, weil Hamburg Süd die Reederei Costa Container Lines erwarb und so Linien zwischen der Südamerika-Ostküste, dem US-Golf und der Karibik verstärkte. „Das Potenzial ist absolut vorhanden. Wir glauben an den Markt in Brasilien“, sagte Thomas. In Brasilien ist das Unternehmen mit 30 Prozent am Bau eines 300-Millionen-Dollar teuren Containerterminals in Itapoá bei São Francisco do Sul beteiligt, das von 2010 an als Knotenpunkt für Hamburg-Süd-Schiffe dienen soll. Investitionen in die Infrastruktur der Häfen seien dringend notwendig. Der größte Hafen Lateinamerikas, Santos, in der Nähe von São Paulo, weise deutliche Defizite auf. So müssten 35 Prozent der Hamburg-Süd-Schiffe über 12 Stunden und immerhin noch 15 Prozent mehr als 24 Stunden warten, um überhaupt am Terminal anlegen zu können. „Es gibt einfach nicht genug Lagerfläche, um das steigende Volumen effizient abzuwickeln“, bedauert der Reedererei-Manager. Über Santos wird circa ein Viertel aller brasilianischen Im- und Exporte umgeschlagen. (dpa)
Hamburg Süd baut Südamerika-Flotte aus
Deutsche Reederei sieht großes Potenzial vor allem in Brasilien