Hafenwirtschaft wehrt sich gegen Forderungen der Grünen

13.06.2014 15:01 Uhr
Eurogate Terminal Hamburg
Nach Ansicht der Grünen soll am Hamburger Hafen der Umschlag von konventionellen Stückgütern und Massengütern gegenüber den Containern gestärkt werden
© Foto: Eckhard Arndt

Die Grünen forderten in einem Thesenpapier den Ausbau ökologischer Komponenten und eine Neuordnung der Hafenfinanzierung, die eine Erhöhung von Mieten und Pachten im Hafen beinhaltet.

Hamburg. Der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) hat sich gegen eine Reihe von hafenpolitischen Forderungen gewendet, welche die Bürgerschaftsfraktion von Bündnis90/Die Grünen auf ihrem Hafenkongress am Freitag in Hamburg vorgestellt hat. „Dem Hamburger Hafen fehlt eine ökonomische Leitidee“, hatten die Grünen in einem Thesenpapier behauptet. Der Hafenerfolg müsse nicht allein an Containerzahlen, sondern an Wertschöpfung, guten Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen gemessen werden.

Die Grünen forderten in ihrem Thesenpapier den Ausbau ökologischer Komponenten und eine Neuordnung der Hafenfinanzierung, die eine Erhöhung von Mieten und Pachten im Hafen beinhaltet. Von einer Elbvertiefung sei man aus ökologischen Gründen nicht überzeugt. Um die Probleme der seeseitigen Erreichbarkeit zu lösen, sollte Hamburg Hafenkooperationen eingehen und beispielsweise die Situation in Wilhelmshaven genau beobachten. Außerdem solle der Umschlag von konventionellen Stückgütern und Massengütern gegenüber den Containern gestärkt werden.

„Wir vermissen die langfristige hafenpolitische Perspektive bei den Grünen“, konterte UVHH-Präsident Gunther Bonz. In der schwarz-grünen Koalition hätten die Grünen der Elbvertiefung noch zugestimmt – der Rückzieher sei nicht plausibel. Die Elbvertiefung sei aufgrund der Schiffsgrößenentwicklung ohne Alternative. Hafenkooperationen seien nicht sinnvoll, weil die Reeder nach Wirtschaftlichen Gesichtspunkten ihre Anlaufpunkte wählten und Hamburg aufgrund von Ladungsaufkommen, Abfertigungsqualität und Hinterlandanbindung ein gefragter Anlaufpunkt sei, dessen Qualitäten man nicht so einfach in einen Nachbarhafen verlegen könne.

Auch die Kritik an der Hafenfinanzierung wies Bonz zurück. Die Hamburg Port Authority würde mit den 80 Millionen Euro Einnahmen aus Mieten, Pachten und Hafengeldern ihren hafenspezifischen Verpflichtungen nachkommen können. Die Unterdeckungen resultierten daraus, dass die HPA auch für die öffentlichen Verkehrswege im Hafen aufkommen müsse – im Gegensatz zu Hafenbehörden in Wettbewerbshäfen, wo die öffentlichen Verkehrswege aus Steuergeldern finanziert würden.

„Die Grünen haben in der Vergangenheit den Bau des Containerterminals von Wilhelmshaven, die Elbvertiefung von 1999, die Erweiterung des Terminals Burchardkai und den Ausbau des Elbtunnels abgelehnt. Hätten wir auf die Grünen gehört – wo ständen wir heute?“, fragte Bonz. Der UVHH will die grünen Hafenpolitiker nun zu Gesprächen bitten – zum grünen Hafenkongress war der UVHH nicht eingeladen. (hel)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.