Hafen Rostock: Schwächelnde Weltkonjunktur bremst Wachstum

11.08.2008 10:49 Uhr
Hafen Rostock
Fünf Fähr- und drei Ro/Ro-Linien verbinden Rostock mit anderen Ostseestädten (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Halbjahresergebnis liegt auf Vorjahresniveau Rostock will Universalhafen-Funktion weiter stärken

Rostock. Die an Schwung verlierende Weltkonjunktur zeigt ihre Spuren auch im Rostocker Hafen. Mit rund 14 Millionen Tonnen Ladung gingen im 1.Halbjahr 2008 genauso viele Güter über die Kaikanten wie vor einem Jahr um diese Zeit. Der Schwerpunkt des Güterumschlags lag dabei mit 13,2 Millionen Tonnen erneut im Seehafen, während die übrige Tonnage in anderen Teilen des Warnow-Hafens bewegt wurde. Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero), spricht angesichts des veränderten Marktumfeldes von einem „zufrieden stellenden Ergebnis“. Der Universalhafen-Charakter des Rostocker Hafens habe sich einmal mehr als wichtiger Stabilitätsfaktor erwiesen. „Mit zunehmender Sorge“ stelle er, wie auch die Hafenwirtschaft vor Ort, die „Nervosität“ der Märkte, genährt durch einen „überbordenden Konjunkturpessimismus“. Bauermeister wörtlich: „Die tatsächliche wirtschaftliche Lage ist häufig deutlich besser als die Stimmung.“ Stabile Säule des Rostocker Hafens bleibt der Fähr- und Ro/Ro-Verkehr. Inzwischen entfallen auf dieses Segment rund 64 Prozent des Gesamtumschlags. Im aktuellen Berichtszeitraum waren das gut 8,4 Millionen Tonnen (plus 0,2 Millionen Tonnen). Fünf Fähr- und drei Ro/Ro-Linien verbinden Rostock mit den verschiedenen Ostseeanrainern. Auf Stückgüter, Flüssig- und Schüttgütern entfielen im ersten Halbjahr rund 4,7 Millionen Tonnen. Das entspricht einem leichten Rückgang um 150.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Im Gesamtpaket stecken dabei 1,85 Millionen Tonnen Flüssiggüter, gut 2,5 Millionen Tonnen Schüttgüter sowie 0,35 Millionen Tonnen Stückgüter. Bauermeister: „Wir bleiben unter den deutschen Ostseehäfen Spitzenreiter beim Massengutumschlag.“ Und dieses Segment soll nach den Plänen der Hero weiter ausgebaut werden. Denn es gibt immer mehr Anfragen seitens der verladenden Wirtschaft, um in Zukunft verstärkt auch Massengüter über Rostock zu beziehen. Das geschieht auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Hamburg mit seinen Massengutumschlag-Kapazitäten bei den Greifergütern wie Kohle und Erz – und hier vor allem bei den Zwischenlagermöglichkeiten - im Grenzbereich operiert. In Rostock geht es beim Thema Massengut um ein Gesamtpaket: Die nautische Zufahrt zum Hafen über den so genannten Seekanal soll von derzeit 14,50 Meter Wassertiefe auf 16,50 Meter vertieft werden. Zudem sollen im Hafen neue Massengut-Umschlageinrichtungen entstehen. Für die Hafenerweiterung stehen 45 Hektar Fläche zur Verfügung. Bauermeister betonte, dass diese Schritte sehr zügig umgesetzt werden sollen, um die Wettbewerbsposition Rostocks weiter zu stärken und auszubauen. Standortfördernd komme hinzu, dass der Hafen Rostock über eine sehr gute Anbindung an das Hinterland-Schienennetz verfüge, betonte Bauermeister. So hatte die ehemalige DDR ihr „Tor zur Welt“ von vornherein als Eisenbahnhafen konzipiert. Der deutliche Rückgang beim Stückgutumschlag (minus 43 Prozent gegenüber 2007) erklärt sich vor allem aus den „Einbußen beim Umschlag von Holz und Gipskartonplatten“. Letztgenanntes Produkt war vor allem für die USA bestimmt. Die US-Immobilien- und Finanzkrise hat damit direkt auch den Rostocker Hafen erreicht. Große Freude bereitet dem Hafen hingegen die Entwicklung bei den neu angesiedelten Industrieunternehmen wie Liebherr Krane, Nordex-Windkraftanlagen oder dem Spezialröhrenhersteller EEW. Diese Unternehmen profitieren in ihrer Logistik – von der Materialbeschaffung bis hin zur Verladung ihrer Produkte – von der direkten Nähe zur Wasserkante. Zur Erfolgsschichte des Hafens gehört aus Bauermeisters Sicht auch der kombinierte Ladungsverkehr, der über die Firma Rostock Trimodal (RTM) dargestellt wird. Im ersten Halbjahr wurden knapp 34.000 Ladeeinheiten bewegt, ein Zuwachs um 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Inzwischen verbinden den Hafen wöchentlich 24 Züge im Kombinierten Verkehr. Sehr erfolgreich entwickle sich das Verkehrsaufkommen auf den Verbindungen nach Verona in Norditalien sowie ins österreichische Wels. „Wir wollen das KV-Angebot von und nach Rostock ausbauen“, kündigte Bauermeister an. Darüber hinaus soll auch der Rostocker KV-Terminal erweitert werden. (eha)

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