Düsseldorf. Die Verzögerung bei der Einführung der Lkw-Maut fügt dem deutschen Transportgewerbe nach Einschätzung der Branche schweren Schaden zu. „Wir brauchen die Maut, um eine größtmögliche Harmonisierung im Güterfernverkehr in Europa zu erreichen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Güterkraftverkehr und Logistik Nordrhein, Klaus Peter Röskes, am Dienstag in Düsseldorf. Hierdurch sollen die Kostennachteile gegenüber den ausländischen Konkurrenten ausgeglichen werden. Röskes plädierte zugleich für die schnelle Einführung eines einfachen Maut-Abrechnungssystems, ähnlich wie in Österreich. Zusätzliche Dienste wie Flottenmanagement, Stauprognosen oder Navigationsdienste, die der Mautbetreiber Toll Collect über sein System anbieten will, „sind für uns völlig uninteressant“, sagte er. Sie seien über Mobilfunkdienste schon im Einsatz. Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung rechnet der Verband ab diesem Frühjahr mit einem Ansturm von Brummis aus dem Osten Europas, die mautfrei über die deutschen Autobahnen rollen. Bis 2006 soll sich die Zahl der mautpflichtigen Fahrzeuge von derzeit rund 0,8 Millionen auf 1,2 Millionen Lkw erhöhen. „Als Nutzer der Straßen müssen wir zahlen“, betonte Röskes. Durch das Maut-Debakel gerate das Transportgewerbe weiter unter Druck, weil sich die Kostennachteile der deutschen Spediteure verschärften. Deshalb greife die Branche zur Selbsthilfe. „Wir fordern unsere Mitglieder auf, größere Tanks in die Lkw einzubauen und im Ausland zu tanken“, sagte der Branchenchef und Inhaber einer Spedition. Durch unterschiedliche Dieselpreise in der EU ließen sich so für einen Betrieb mit einer Flotte von beispielsweise 40 Fahrzeugen rund eine halbe Million Euro im Jahr einsparen. (vr/dpa)
Güterkraftverkehr fordert schnelle Einführung der Lkw-Maut
Einfaches Mautsystem und Tanken im Ausland gegen Harmonisierungsdefizite