Hamburg - Der AGA Unternehmensverband fordert bei der Einführung einer Autobahn-Maut für Lkw eine gebührenfreie Strecke von 200 Kilometern pro Tag. Der überwiegend mittelständisch strukturierte Großhandel sei für die Belieferung seiner Kunden in Einzelhandel und Industrie auf Lastwagen angewiesen, berichtete der Vorstandssprecher des Unternehmens-und Arbeitgeberverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung (AGA), Volker Schmidtchen, am Dienstag in Hamburg. Die zusätzliche Kostenbelastung durch die Maut würde zu Lasten der sehr schmalen Gewinnspannen gehen und sich in vielen Fällen existenzgefährdend auswirken. Die Mehrzahl der im Großhandel eingesetzten Lkw fahren laut AGA 50 000 Kilometer Autobahn pro Jahr. Bei 250 Betriebstagen wären das 200 Autobahnkilometer täglich. Die Maut würde sich auf 12 500 DM im Jahr belaufen. Eine Freistellung in diesem Umfang würde die Abgabe nicht gefährden, da sie auf den Fernverkehr mit täglichen Fahrleistungen von 1000 Kilometern und mehr abziele. Der Lieferverkehr auf Kurz- und Mittelstrecken würde weitgehend entlastet. Sollte auch auf Bundesstraßen eine Gebühr fällig werden, müsste es auch für diese Strecken Frei-Kilometer geben, ergänzte der Verbandssprecher. Er forderte zudem, die Maut-Gebühren nur für den Autobahnbau- und Ausbau einzusetzen. Ihre Verwendung für das Schienennetz oder die Wasserwege käme einer Quersubventionierung gleich. In einer Verbandsumfrage bei 100 «Lkw-intensiven» Unternehmen lehnten zwei Drittel die geplante Maut ab. Ein Viertel sei zu Protestaktionen wie Blockaden in Innenstädten bereit. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Lastwagen ab zwölf Tonnen von 2003 an auf Autobahnen eine von der Strecke und dem Fahrzeug abhängige Maut zahlen. Die Höhe der Gebühr steht noch nicht fest. Im Gespräch sind 25 Pfennig pro Kilometer. (dpa)