Gravierende Bedrohung
Die Eskalation im Nahen Osten bringt die Lieferketten ins Wanken, Rohstoffpreise und Transportkosten steigen rasant. Im Interview erklärt Professor Dr. Peter Holm, welche Branchen besonders betroffen sind und wie den vom Diesel-Preisschock kalt erwischten Transport- und Logistikunternehmen geholfen werden könnte.
Wie gravierend schätzen Sie die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die globalen Lieferketten ein?
Die Lage, insbesondere die Blockade der Straße von Hormus, stellt eine gravierende Bedrohung für die Stabilität der globalen Lieferketten dar. Rund 20 Prozent des gesamten Erdöls und 22 bis 23 Prozent des LNG passieren diese Meerenge. Die Auswirkungen haben wir prompt an den Tankstellen gesehen. Analysten rechnen je nach Dauer des Konflikts damit, dass das Barrel Öl die 100-Dollar-Marke nehmen kann. Der zweite Punkt sind die Störungen in der Luftfracht und auf den Seewegen. Gut 50 Prozent der gesamten Luftfracht werden über Passagierflugzeuge abgewickelt. Wenn die großen Drehkreuze Doha und Dubai nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, hat das massive Auswirkungen. In der Seefracht war die Reaktion der Reedereien: Nachdem der Suezkanal schon länger gemieden wird, kann auch die…